Der Zoll-Hammer Trumps trifft jetzt voll die Schweiz

Mit diplomatischen Höflichkeiten und einem wirtschaftlichem Schlag überraschte die US-Regierung die Schweizer pünktlich zum Nationalfeiertag am 1. August: Während Außenminister Marco Rubio der Alpenrepublik offiziell zum Feiertag gratulierte und die "starke und verlässliche Partnerschaft" lobte, verhängten die USA gleichzeitig einen Strafzoll von 39 Prozent – der bislang höchste gegenüber einem europäischen Land.

„Unsere Zusammenarbeit in Handel, Finanzen und Sicherheit ist beispielhaft“, hieß es in Rubios Erklärung. Doch gerade im Handel scheint diese Partnerschaft zu bröckeln. Während die EU in letzter Minute eine Einigung mit Präsident Donald Trump erzielte und sich auf einen Basistarif von 15 Prozent einigte – Großbritannien zahlt sogar nur 10 Prozent – blieb die Schweiz außen vor.

Ein geplanter Besuch von US-Finanzminister Scott Bessent im Mai galt nicht der Schweiz, sondern chinesischen Verhandlern. Die Eidgenossenschaft sieht sich dadurch nun wirtschaftlich isoliert, besonders die bedeutenden Finanz- und Pharmasektoren könnten unter dem Strafzoll leiden.

Der Schweizer Bundesrat reagierte mit deutlicher Enttäuschung: Man bedaure „zutiefst“, dass die USA trotz konstruktiver Gespräche einseitige Maßnahmen ergreifen. Die Schweiz bemühe sich weiter um eine Lösung im Einklang mit nationalem und internationalem Recht, ließ die Regierung via X wissen.

Der neue Zollsatz übertrifft sogar die im April angekündigten 31 Prozent zum US-„Liberation Day“. Sollte kein Durchbruch gelingen, tritt der Tarif am 7. August in Kraft. Viel Zeit bleibt der diplomatischen Offensive also nicht. Feiertagsstimmung dürfte in der Schweiz in diesem Jahr jedenfalls kaum aufkommen.