NEOS-Staatssekretär Schellhorn: Länger arbeiten bis zur Pension sei „zumutbar“
Vermutlich nicht allzu sehr wird Deregulierungsstaatssekretär Sepp Schellhorn (NEOS) mit diesem Statement zur Pensionsantritts-Debatte seine Beliebtheitswerte steigern: Der durch seinen Dienstwagen-Skandal und seine Dienstreisen bekannte Staatssekretär meinte gegenüber ServusTV, dass eine längere Lebensarbeitszeit „durchaus zumutbar“ sei – da wir ohnehin länger leben.
„Ich glaube, es ist zumutbar, wenn wir 20 Jahre länger leben, dass wir auch länger arbeiten“, sagte der bereits angezählte Staatssekretär in einem TV-Statement. Mit dieser Aussage dürfte er nicht nur hunderttausende Österreicher vor den Kopf stoßen, die schon jetzt mit viel Fleiß und Durchhaltevermögen bis zum gesetzlichen Pensionsalter durchhalten, sondern auch bei den Chefs der beiden Koalitionspartner ÖVP und SPÖ anecken, die absolut keine Debatte über eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters weiterführen wollen.
So betonte erst vor wenigen Stunden Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), dass er keine Verlängerung der Lebensarbeitszeit wünsche. Auch die SPÖ ist klar dagegen positioniert – was dem NEOS-Politiker Schellhorn offensichtlich herzlich egal ist.
Übrigens spricht sich auch ganz klar die Arbeiterkammer gegen eine Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters aus: „Eine Anhebung ist ein sozialpolitischer Irrweg, ohne die ungleichen Gesundheitschancen und Lebenserwartungen zu berücksichtigen. Menschen in körperlich belastenden Berufen oder mit geringerem Einkommen sterben oft früher und seien daher weniger lang in der Pension. Sie wären besonders hart betroffen, so die AK. Und: „Auch in Hinblick auf die in Österreich immer noch niedrigen ‚gesunden Lebensjahre‘ erscheint die Forderung zynisch“.