Babler kritisiert eigene Regierung: „Kann man sich nicht schönreden“

Auf die Medienberichte über den neuesten Anstieg der Arbeitslosenzahlen wollte auch Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler reagieren: Der SPÖ-Chef kritisiert in seinem Posting auf X allerdings die eigene Regierung.

Andreas Babler. Foto: Thomas Kronsteiner/Getty Images

Andreas Babler. Foto: Thomas Kronsteiner/Getty Images

Auf die Medienberichte über den neuesten Anstieg der Arbeitslosenzahlen wollte auch Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler reagieren: Der SPÖ-Chef kritisiert in seinem Posting auf X allerdings die eigene Regierung und meint, man könne sich die miesen AMS-Daten „nicht schönreden“.

Und weil man sich diesen erneuten Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Österreich „nicht schönreden“ könne, meint der Vizekanzler in einer etwas irritierenden Kommunikationsstrategie: „Genau deswegen sind wir als Sozialdemokratie in der Regierung und haben eine sozialdemokratische Arbeitsministerin.“ Die Logik dahinter: Weil es besonders schlechte AMS-Daten wären, würde eine Ministerin der SPÖ dafür verantwortlich sein?

Jedenfalls ist der Kommunikationsversuch des Kommunikations-Experten – Babler hat dafür ja einen „Master of Science“ – auch bei vielen X-Usern etwas seltsam angekommen. So kommentierte ein User etwa: „Ihr seid daran Mitschuld. Es gibt keine Gegenmaßnahmen.“ Und ein weiterer Follower des Vizekanzlers meint: „Ich vermisse die Vorbildwirkung: Ihr schmeißt das Geld raus als gebe es kein Morgen. Von Reformen für mehr Arbeitsplätze seid ihr Lichtjahre entfernt.“

Wie von exxtra24berichtet, steigen die Arbeitslosenzahlen in Österreich weiter, bereits jeder zehnte Wiener ist ohne Job, die Arbeitslosigkeit belastet auch besonders die Frauen. Die Bundesregierung müsste längst gegensteuern – aber sie beschäftigt sich mit einem E-Roller-Verbot auf Radwegen und einem Geplänkel über Teilzeit-Arbeit

Österreich erlebt einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Laut aktuellen Zahlen des Sozialministeriums waren im Juli 2025 insgesamt 359.374 Menschen arbeitslos gemeldet oder in Schulungsmaßnahmen des AMS – das sind 17.605 mehr als im Juli 2024. Die Arbeitslosenquote stieg damit auf 6,7 Prozent, ein Plus von 0,3 Prozentpunkten im Jahresvergleich.

Besonders betroffen: Langzeitarbeitslose (+9,8 %), Frauen (+6,8 %) und Menschen mit Beeinträchtigung (+11,9 %). Auch die Jugendarbeitslosigkeit legte zu, ebenso die Akademikerarbeitslosigkeit, die im Jahresvergleich um 13 Prozent stieg.

Auffällig ist auch der Anstieg sogenannter freier Dienstverhältnisse: Im Juni 2025 wurden über 15.200 vollversicherte und rund 26.900 geringfügige solcher Verträge registriert.