Der langjährige Leiter des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Kantons Zürich und Autor des Buches „Schattenseiten der Migration“ stellt unbequeme Fragen – und liefert Antworten, die für Diskussionen sorgen werden.
Im Zentrum seiner Arbeit steht die systematische Auswertung von Kriminalstatistiken aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Dabei kommt Frank Urbaniok zu einem eindeutigen Ergebnis: Bestimmte Gruppen von Zuwanderern sind in der Kriminalitätsstatistik stark überrepräsentiert – besonders bei Gewaltdelikten und Sexualstraftaten, berichtet aktuell die FAZ.
Die Zahlen sind alarmierend: So sind etwa afghanische Tatverdächtige laut Urbaniok bei Sexualdelikten um fast 1000 Prozent überrepräsentiert, Algerier bei gefährlicher Körperverletzung sogar um mehr als 3400 Prozent. Dabei berücksichtigt Urbaniok nicht nur die polizeilichen Tatverdächtigenzahlen, sondern stellt diese in Relation zum Bevölkerungsanteil der jeweiligen Nationalität – was ein noch deutlicheres Bild zeichnet.
Doch wie erklärt sich diese Diskrepanz? Für Urbaniok liegt der Schlüssel in kulturspezifischen Prägungen. „In manchen Herkunftsländern ist der Einsatz von Gewalt gesellschaftlich akzeptierter als in anderen“, sagt er. Männlichkeit werde dort oft mit Dominanz und körperlicher Stärke gleichgesetzt, Gewalt gelte als legitimes Mittel, um Konflikte auszutragen. Diese „gewaltaffinen Männlichkeitsbilder“ seien tief in der Sozialisation verwurzelt und würden häufig sogar noch in der zweiten oder dritten Migrantengeneration weiterwirken.
Zusätzliche Faktoren wie patriarchale Rollenbilder, die Ablehnung westlicher Werte oder extremistische religiöse Überzeugungen verstärken diese Dynamik. Urbaniok betont jedoch, dass es sich dabei nicht um einen Automatismus handle. Vielmehr sei es das Zusammenwirken kultureller Prägungen mit individuellen Risikofaktoren, die das Gewaltpotenzial bei einzelnen Personen steigern.
Seine Analysen widerlegen auch einige gängige Erklärungsmodelle. So argumentieren viele Kriminologen, dass Alter, Geschlecht und soziale Benachteiligung Hauptgründe für die Kriminalitätsbelastung unter Migranten seien. Urbaniok hingegen hält dagegen: Zwar begehen junge Männer statistisch mehr Straftaten, doch selbst bei einem direkten Vergleich zwischen deutschen und ausländischen Tatverdächtigen in der Altersgruppe der 21- bis 25-Jährigen bleiben deutliche Unterschiede bestehen. Ebenso lasse sich die Überrepräsentation nicht allein mit prekären Lebensverhältnissen erklären. Vielmehr würden kulturelle Faktoren oft unterschätzt oder bewusst ausgeblendet.
Auch das häufig ins Feld geführte Argument des „Dunkelfeldes“ – also der Annahme, dass Straftaten von Deutschen weniger häufig angezeigt würden als die von Migranten – greift laut Urbaniok nicht. Gerade bei schweren Gewalt- und Sexualdelikten, bei denen eine Anzeige durch das Opfer oder eine Ermittlung von Amts wegen erfolgt, seien diese Unterschiede schlicht nicht vorhanden. Die These, dass Touristen oder illegal eingereiste Personen die Statistiken verzerren, hält Urbaniok für „realitätsfremd“.
"Kriminelle Migranten schaden auch den gut integrierten Zuwanderern"
Dennoch warnt er vor pauschaler Verurteilung. Die große Mehrheit der Migranten sei gesetzestreu und trage positiv zur Gesellschaft bei. Gerade deshalb sei es so wichtig, die Probleme offen anzusprechen. „Kriminelle Migranten schaden nicht nur den Opfern, sondern auch den gut integrierten Zuwanderern, deren Ruf unter der Gewalt einer kleinen Minderheit leidet“, so Urbaniok.
Sein Lösungsansatz ist dabei klar: Integration müsse stärker eingefordert werden. Dazu gehört für ihn nicht nur der Zugang zu Sprachkursen und Bildung, sondern auch das konsequente Einfordern von Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit. Wer diese Grundwerte nicht akzeptiere, müsse mit klaren Sanktionen rechnen. Für Täter mit doppelter Staatsbürgerschaft fordert Urbaniok im Falle schwerer Gewaltdelikte den Entzug des Passes und eine konsequente Abschiebung.
Ziel seiner Forderungen sei es, das Vertrauen der Bevölkerung in den Rechtsstaat zu stärken – und den Rechtsextremen das Thema Kriminalität nicht zu überlassen. Denn eine offene und ehrliche Debatte sei die beste Waffe gegen politische Instrumentalisierung.