Yahaya: In Großbritannien heißen immer mehr Babys wie ein Hamas-Terrorist

Ausgerechnet im Jahr nach dem Massaker der Hamas an israelischen Zivilisten vom 7. Oktober 2023 wurden im Vereinigten Königreich 583 neugeborene auf den Namen „Yahya“ getauft. Derselbe Vorname, den auch Hamas-Anführer Yahya Sinwar trug, der als einer der Hauptverantwortlichen für das schlimmste antisemitische Massaker seit dem Zweiten Weltkrieg gilt.

Die offizielle Statistik der 100 beliebtesten Jungennamen zeigt: „Yahya“ sprang damit um 33 Plätze nach oben auf Rang 93 – kein anderer Name legte einen größeren Sprung hin. Zum Vergleich: Der zweitschnellste Aufsteiger, „Vinnie“, verbesserte sich lediglich um 20 Plätze. Die Zahlen legen nahe, dass „Yahya“ im Jahr nach dem Terroranschlag massiv an gesellschaftlicher Sichtbarkeit gewonnen hat. Die Erhebung deckt den Zeitraum ab Anfang 2024 bis Anfang 2025 – also ein Jahr, in dem Sinwar nicht nur weltweit in den Schlagzeilen stand, sondern im Oktober 2024 laut israelischen Angaben bei einem gezielten Militärschlag getötet wurde.

Dass Eltern ihren Söhnen ausgerechnet in dieser Zeit in großer Zahl den Namen des Hamas-Chefs geben, lässt Interpretationsspielraum offen. Die britische Zeitung Jewish Chronicle weist zwar darauf hin, dass kein gesicherter Zusammenhang zwischen der wachsenden Beliebtheit des Namens und einer offenen Sympathie für Yahya Sinwar nachweisbar sei. Doch der sprunghafte Anstieg der Namensvergabe genau in diesem Zeitraum wirft Fragen auf. Beobachter sehen darin ein mögliches Zeichen für gesellschaftliche Verschiebungen und Radikalisierungstendenzen, insbesondere in islamisch geprägten Milieus. In Großbritannien gab es in den vergangenen Monaten zahlreiche propalästinensische Proteste mit teilweise offen antisemitischer Rhetorik.

Kein einziges Baby nach Premier benannt

Dass Namen eine Bedeutung tragen, ist unbestritten. Die Geschichte zeigt, wie stark gesellschaftliche Ereignisse Namensgebungen prägen können. Der Vorname „Adolf“ verschwand nach 1945 fast vollständig aus Europa, „Myra“ nach den Moors-Morden in den 1960er Jahren im Vereinigten Königreich. Wer sein Kind heute so nennt, setzt ein Statement – sei es bewusst oder unbewusst.

Besonders auffällig: Nicht ein einziger neugeborener Junge im Vereinigten Königreich wurde auf den Namen „Keir“ getauft – wie der amtierende Premierminister Keir Starmer. Während also kein Kind nach dem Regierungschef benannt wurde, tragen nun 583 Buben denselben Vornamen wie einer der meistgesuchten Terroristen der Gegenwart. Diese Zahlen liefern eine Momentaufnahme des gesellschaftlichen Klimas.

Ein ganz anderes Signal sendete kürzlich Jimmy Pacheco, ein philippinischer Gastarbeiter, der am 7. Oktober von der Hamas entführt und 49 Tage lang in Geiselhaft gehalten wurde. Er wurde vergangene Woche Vater – und nannte seine neugeborene Tochter „Israela“.