Massive Proteste der Briten gegen die unkontrollierte Massenmigration
Besonders in Manchester und London eskalierte bei den Protesten die Lage: In Manchester zogen mehrere hundert Anhänger der rechten Gruppierung „Britain First“ durch die Innenstadt. Die Organisation fordert offen eine „Remigration“ – also die zwangsweise Rückführung von Menschen mit Migrationshintergrund – und propagiert eine Abschottungspolitik. Schon zu Beginn des Aufmarschs kam es zu aggressiven Wortgefechten und Handgreiflichkeiten zwischen den Teilnehmern des Britain-First-Zugs und Gegendemonstranten, die sich in unmittelbarer Nähe positioniert hatten. Die Polizei trennte die Gruppen mit einem massiven Aufgebot an Einsatzkräften und errichtete Barrikaden, um weitere Zusammenstöße zu verhindern. Dennoch blieb die Lage angespannt.
Parallel dazu versammelten sich in London dutzende Aktivisten von Britain First zu einem Protestmarsch durch das Stadtzentrum. Am Barbican Centre, einem bedeutenden Kultur- und Konferenzzentrum, geriet die Demonstration außer Kontrolle, als Gegendemonstranten die Route blockierten. Die Polizei räumte daraufhin eine zentrale Kreuzung, um die Gruppen zu separieren. Nach Angaben der Metropolitan Police wurden dabei neun Personen festgenommen – vorwiegend wegen Verstößen gegen die öffentliche Ordnung.
In den letzten Wochen kam es immer wieder zu Protestaktionen gegen Migration in Großbritannien, insbesondere in kleineren Städten und Vororten. So hatten sich bereits im Juni in Epping, im Nordosten Londons, Demonstranten versammelt, um gegen die Aufnahme von Geflüchteten in örtlichen Hotels zu protestieren. Auch in den Grafschaften Kent und Yorkshire gab es ähnliche Aktionen, teils initiiert von rechtspopulistischen Gruppen, teils über soziale Medien organisiert.
Während Rechtsextremisten weiter versuchen, das Thema Migration in den Vordergrund zu drängen, formiert sich auch Widerstand aus der Zivilgesellschaft. In Manchester und London gingen hunderte Menschen auf die Straße, um ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu setzen. Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften kritisierten die „Remigrations“-Forderungen von Britain First als „menschenverachtend und verfassungswidrig“.
Die britische Innenministerin betonte in einer ersten Stellungnahme, das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit müsse gewahrt bleiben, doch Hetze und Gewalt hätten auf den Straßen keinen Platz. Die Polizei kündigte an, bei zukünftigen Demonstrationen strikter gegen Aufrufe zur Gewalt und gezielte Provokationen vorzugehen.