Warren Buffett: 3,7 Milliarden Dollar bei Kraft Heinz verloren

Der Abschreibungsbedarf entstand nach erneut enttäuschenden Geschäftszahlen des Ketchup- und Soßenherstellers, dessen Aktienkurs seit Jahren unter Druck steht.

Diese Wertberichtigung hat deutliche Spuren in der Bilanz hinterlassen: Der Nettogewinn von Berkshire Hathaway brach im zweiten Quartal um 59 Prozent auf 12,37 Milliarden Dollar ein, wie die WELT berichtet. Auch der operative Gewinn, der als stabilerer Indikator für den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns gilt, sank um vier Prozent auf 11,16 Milliarden Dollar.

Buffett hatte 2015 persönlich die Fusion von Kraft Foods und H.J. Heinz eingefädelt – ein Deal, der damals als visionär gefeiert wurde, sich jedoch zunehmend als teurer Fehlgriff entpuppt. Bereits 2019 musste Berkshire Hathaway wegen sinkender Umsätze und hoher Abschreibungen rund drei Milliarden Dollar auf das Aktienpaket von Kraft Heinz abschreiben. Buffett gab damals offen zu, bei der Bewertung des Unternehmens "zu optimistisch" gewesen zu sein.

Im Mai dieses Jahres kündigte Kraft Heinz an, strategische Alternativen für die Zukunft zu prüfen – darunter auch eine mögliche Aufspaltung des Konzerns. Kurz darauf zog Berkshire Hathaway seine Vertreter aus dem Verwaltungsrat zurück. Trotz der erneuten Verluste betonte das Unternehmen, dass man Kraft Heinz weiterhin als langfristige Beteiligung sehe.

Die jüngsten Zahlen unterstreichen jedoch einmal mehr, wie stark Berkshires Ergebnis von den Kursschwankungen seiner börsennotierten Beteiligungen abhängt. Neben Kraft Heinz gehören unter anderem große Aktienpakete von Apple, American Express, Bank of America, Coca-Cola und Chevron zum Portfolio. Gerade Apple ist inzwischen zur mit Abstand wertvollsten Beteiligung in Buffetts Imperium aufgestiegen.

Die neuerlichen Turbulenzen kommen in einer Phase des Umbruchs für Berkshire Hathaway. Der 94-jährige Buffett hat angekündigt, sich zum Jahresende vom Posten des CEO zurückzuziehen. Die Nachfolge wird Greg Abel, seit Jahren Buffetts rechte Hand, antreten. Abel soll den Übergang an der Konzernspitze reibungslos gestalten – doch die Milliardenabschreibung bei Kraft Heinz zeigt, dass er auch einige Altlasten seines legendären Vorgängers schultern muss.

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