UN-Sicherheitsrat wird über Geiseln in Gaza beraten: Israel fordert internationale Hilfe
Der UN-Sicherheitsrat wird am Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung die Lage der israelischen Geiseln im Gazastreifen beraten. Das kündigte Israels UN-Botschafter Danny Danon nach der Veröffentlichung verstörender Propagandavideos der Hamas an. Die Aufnahmen zeigen schwer unterernährte Geiseln, darunter den 24-jährigen Evyatar David, der in einem Tunnel sein eigenes Grab schaufeln muss, sowie den Deutsch-Israeli Rom Braslavski, der Videos zur Hungersnot im Gazastreifen ansehen soll.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu rief das Rote Kreuz dazu auf, Zugang zu den Geiseln zu erhalten. Die Hamas stellte jedoch Bedingungen: Erst wenn Israel humanitäre Korridore für Hilfslieferungen in den Gazastreifen öffnet, werde man dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) den Zutritt erlauben.
Hilfsorganisationen werfen Israel vor, seit Monaten kaum humanitäre Hilfe in den Gazastreifen zu lassen. Die Hamas-nahe Al-Kassam-Brigaden erklärten sich grundsätzlich bereit, Lebensmittel und Medikamente an die Geiseln zu übergeben, fordern dafür jedoch dauerhafte Versorgungswege.
Die internationale Gemeinschaft reagiert mit wachsender Sorge auf das Schicksal der Geiseln. Die anstehende Sitzung des Sicherheitsrates könnte zum ersten diplomatischen Vermittlungsversuch seit Monaten werden.