Top-Golf-Manager übernimmt: Harley Davidson hat einen neuen Boss
Der Traditionshersteller Harley-Davidson tauscht erneut die Führungsspitze – und setzt dabei abermals auf einen Branchenfremden. Der bisherige Konzernchef Jochen Zeitz übergibt sein Amt mit 1. Oktober an den 48-jährigen US-Manager Artie Starrs. Dieser war bislang Chef der Golf-Kette Topgolf International und zuvor bei Pizza Hut tätig.
Zeitz, der als ehemaliger Puma-Chef 2020 das Ruder bei Harley übernommen hatte, führte das Unternehmen durch eine Phase sinkender Verkaufszahlen und struktureller Herausforderungen. Die Nachfrage nach den schweren Maschinen ist seit Jahren rückläufig – vor allem wegen der alternden Kundschaft in den USA. Im zweiten Quartal dieses Jahres brachen die weltweiten Verkäufe um 15 Prozent ein.
Als Reaktion plant Harley-Davidson neue Einstiegsmodelle für unter 6.000 Dollar. Zugleich setzt man auf personelle Veränderungen, um das Unternehmen in schwierigem Fahrwasser neu auszurichten. Starrs ist bereits der zweite Topmanager ohne Motorrad-Vergangenheit an der Spitze des Konzerns.
Trotz der anhaltenden Kritik von Investoren – darunter der aktivistische Fonds H Partners – konnte Zeitz im Frühjahr eine Abwahl aus dem Verwaltungsrat noch abwenden. Nun zieht er sich freiwillig aus dem operativen Geschäft zurück. Ob der Pizza- und Golf-erprobte Starrs dem Kultunternehmen wieder Schwung verleiht, bleibt abzuwarten.