Nächster Korruptionskrimi: Chef der ukrainischen Energiezollbehörde suspendiert

Der Chef der ukrainischen Energiezollbehörde, Anatolij Komar, wurde nach Enthüllungen der Investigativsendung Schemy vorläufig vom Dienst entbunden. Die Suspendierung soll während der laufenden Überprüfung seiner Vermögensverhältnisse gelten, teilte der ukrainische Zoll am Samstag mit.

Laut Recherchen besitzt Komars Familie ein luxuriöses Anwesen nahe Kiew im Wert von 1,4 Millionen Euro – allerdings offiziell eingetragen auf seinen pensionierten Schwiegervater. Zudem verfügen sie über mehrere Wohnungen in Kiew, fahren teure Geländewagen und schicken ihre Tochter an Privatschulen in Zypern und Großbritannien. Pikant: Komars offizielles Monatsgehalt beträgt lediglich etwa 1800 Euro.

Der Fall reiht sich in eine Serie prominenter Korruptionsskandale ein, die in den vergangenen Monaten mehrere hochrangige Beamte und Minister in der Ukraine erschütterten.

Die Generalstaatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen eingeleitet. Präsident Wolodymyr Selenskyj steht unter wachsendem Druck, gerade in Zeiten internationaler Unterstützung entschlossen gegen Korruption vorzugehen. Die Ukraine betont immer wieder, den Kampf gegen Vetternwirtschaft und Machtmissbrauch zur Priorität zu machen – auch mit Blick auf die angestrebte EU-Mitgliedschaft.

Komar selbst äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Die Behörde betont, man werde volle Transparenz gewährleisten.