Schallenberg hat ein Problem: Außenministerium wusste seit 2024 vom Sex-Botschafter

Es ist nur noch zum Kopfschütteln: Wie nun bekannt geworden ist, war der Skandalfall um den jahrelang sehr umtriebig bloggenden österreichischen Sado-Maso-Botschafter in Brüssel schon seit Monaten intern im Außenministerium bekannt - es gab sogar ein sehr harmlos beendetes Disziplinarverfahren. Ex-Außenminister und Ex-Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) kommt damit enorm unter Druck.

Der Ex-Kanzler, der bei allen nicht geimpften Österreichern "die Zügel straffer ziehen" wollte (sein Zitat aus der Corona-Phase), war bei seinem Ex-Kabinettschef und EU-Botschafter Österreichs nicht ganz so streng: Wie nun der Standard berichtet, endete für den Diplomaten mit ÖVP-Nähe das Disziplinarverfahren derart harmlos, dass er weiterhin seinen Spitzenjob und sein nicht wirklich kleines Gehalt behalten konnte.

Das Disziplinarverfahren für den Ex-Kabinettschef von Alexander Schallenberg (ÖVP) endete damit, dass lediglich ein Verweis ausgesprochen wurde, der im Personalakt auch vermerkt wurde. Dabei handelt es sich um die gelindeste Form der Disziplinarstrafe. Laut Standard war der Auslöser dieser Prüfung ein Konvolut von Informationen und Fotos, welches im Whistleblower-Briefkasten des Außenministeriums eingegangen war. Der ÖVP-Außenminister erteilte dem ÖVP-nahen Diplomaten also nur einen Verweis dafür, dass dieser auch auf seinem Dienst-PC einen Porno-Blog betrieben hat und dazu auch frauenfeindliche Texte verfasst hat ...

Auch Koglers Beamtenministerium wusste vom Porno-Botschafter

Übrigens: All diese brisanten Informationen sind auch dem Beamtenministerium unter Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) zugespielt worden - was dort damit passiert ist, ist noch unklar. Was naheliegend ist: Vielleicht wurde der Fall schubladiert, um zum geeigneten Zeitpunkt eine kleine Bombe gegen den damaligen Koalitionspartner ÖVP in der Hand zu haben.

Wie von blog.at berichtet, wird diese Staatsaffäre und der schludrige Umgang höchster Regierungspolitiker mit diesem Fall eines mutmaßlich erpressbaren Spitzendiplomaten, der in Brüssel bei Abstimmungs-Meetings über die Sanktionen gegen Russland oder über die weitere Unterstützung der Ukraine durch alle EU-Staaten involviert war, zum Fall für das Parlament (Blog.at - Österreichs Staatsaffäre: Skandal um strengen Botschafter wird Fall für das Parlament).

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz kritisierte am Donnerstag in einer Aussendung, es sei "ein Skandal erster Güte", dass unter dem damaligen Minister Schallenberg ein Disziplinarverfahren mit einer bloßen Rüge geendet habe, obwohl massive Sicherheitsbedenken im Raum standen. "Hier wurde offensichtlich versucht, einen Günstling aus dem eigenen schwarzen Netzwerk zu schützen und die ganze Affäre unter den Teppich zu kehren."

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