Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von Donald Trump und zentraler Architekt der populistischen „Make America Great Again“-Bewegung, bereitet laut übereinstimmenden Informationen aus seinem Umfeld eine mögliche Präsidentschaftskandidatur für 2028 vor.
Wie die britische Tageszeitung Daily Mail berichtet, befindet sich Bannon in einem frühen Planungsstadium und hat bereits begonnen, politische Ratschläge einzuholen. Ein möglicher Antritt Bannons würde die republikanische Basis vor eine Zerreißprobe stellen: Vizepräsident J.D. Vance, der von Trump offen als sein Favorit für die Nachfolge genannt wurde, gilt bereits jetzt als gesetzt für eine eigene Kampagne. Ein parteiinterner Zweikampf zwischen Bannon und Vance könnte zu einem erbitterten Machtkampf innerhalb des Trump-Lagers führen – zwischen dem strategischen Gründervater der Bewegung und ihrem institutionellen Erben.
Ein Insider aus Bannons Kreis sagte gegenüber der Daily Mail, Bannon halte Vance nicht für „hart genug“ für eine Präsidentschaft. Obwohl beide ideologisch dem Trumpismus nahestehen, sei Bannon zunehmend überzeugt, dass Vance „nicht das Format“ für 2028 habe.
Bannon selbst äußerte sich bislang nicht offiziell zu den Gerüchten. Auch aus dem Umfeld von Vance kam keine Stellungnahme. Beobachter verweisen jedoch auf Bannons zunehmende mediale Aktivität – etwa mit seiner einflussreichen Sendung „War Room“ – und auf frühere Andeutungen, wonach er sich ein politisches Comeback vorstellen könne.
Bereits bei der CPAC-Konferenz im Februar galt Bannon als ernstzunehmender Kandidat: In einer Umfrage unter konservativen Teilnehmern belegte Vance mit 61 Prozent den ersten Platz, doch Bannon erreichte immerhin 12 Prozent – ein Achtungserfolg.
Brisant ist zudem, dass Bannon offenbar im Besitz von 15 Stunden nie veröffentlichtem Videomaterial über Jeffrey Epstein sein soll. Das Material, das laut Epsteins Bruder 2019 im Rahmen einer Image-Dokumentation entstand, könnte laut republikanischen Quellen aus Bannons Umfeld als Druckmittel im Wahlkampf 2028 dienen, falls es nicht vorher veröffentlicht wird.
Bannon hat sich in der Vergangenheit immer wieder für eine dritte Amtszeit Trumps ausgesprochen – trotz klarer verfassungsrechtlicher Beschränkungen. Trump selbst zeigte sich zwar „versucht“, erteilte dem Vorstoß aber vorerst eine Absage.
Ob Steve Bannon den Sprung ins Rennen 2028 tatsächlich wagt, bleibt offen. Doch schon jetzt zeichnet sich ab: Die Schlacht um die Zukunft des Trumpismus hat begonnen.