Proteste in Serbien: Vucic ruft zu Dialog auf

Nach monatelangen Protesten und teils brutalen Polizeieinsätzen hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic am Donnerstagabend zu einem Dialog aufgerufen. „Wir müssen uns gegenseitig zuhören, miteinander reden und gegenseitige Achtung bekunden“, schrieb er auf Instagram. Serbien müsse ein Land sein, in dem die Macht bei Wahlen gewechselt werde.

Der Appell fällt in eine Woche, in der Vucic mehrere umstrittene Amnestien verkündete. So begnadigte er eine junge Frau, die im Jänner in Belgrad mit ihrem Auto in eine Gruppe Studenten gefahren war und dabei eine Demonstrantin schwer verletzte. Zuvor waren vier Mitglieder seiner Serbischen Fortschrittspartei (SNS) freigekommen, die in Novi Sad Studenten mit Baseballschlägern attackiert hatten. Eine Studentin erlitt einen Kieferbruch. Vucic nannte die Täter „Helden“.

Seit Anfang Mai fordern die Demonstranten Neuwahlen. Offiziell lehnt Vucic dies ab. Ein SNS-Funktionär deutete jedoch an, dass am 12. Oktober gewählt werden könnte. Eine Bestätigung steht aus.