Klitschko: "Jeder in unserem Land ist kriegsmüde"

„Jeder in unserem Land ist nach fast dreieinhalb Jahren Krieg müde“, sagte der frühere Boxweltmeister der Bild-Zeitung. Dennoch halte er eine diplomatische Lösung für unverzichtbar, auch wenn diese schwierige Entscheidungen mit sich bringe.

„Leider haben wir für diesen Krieg einen riesigen Preis bezahlt: das Leben vieler Patrioten, Soldaten und Bürger. Hunderte Städte sind zerstört, ein großer Teil der Ukraine ist besetzt“, erklärte Klitschko. Ob territoriale Zugeständnisse denkbar seien, müsse letztlich Präsident Wolodymyr Selenskyj entscheiden. Ein Teil der Bevölkerung werde jedoch „nie bereit sein, Land an Russland abzugeben“.

Besorgt blickt Kiew auf den bevorstehenden Gipfel im US-Bundesstaat Alaska, bei dem US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin über den Krieg beraten wollen – ohne ukrainische Beteiligung.

Trump hatte einen möglichen Gebietstausch ins Gespräch gebracht, den Selenskyj strikt ablehnt. In Kiew fürchtet man, dass Absprachen zwischen Washington und Moskau zu Lasten der Ukraine gehen könnten.

Auch aus Europa kommt deutliche Kritik. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonte am Samstag: „Die Zukunft der Ukraine kann nicht ohne die Ukrainer entschieden werden.“ Europa müsse „Teil der Lösung“ sein, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu sichern.

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