Kostenschock: In Österreichs Lieblingsziel Italien explodieren die Preise
Italien ist seit Jahrzehnten das Lieblingsurlaubsziel der Österreicher. Doch für viele Familien wird der Sommer am Mittelmeer angesichts der allgemeinen Teuerung immer mehr zum Luxus – in Italien ganz besonders. Für einen Tag am Strand sind Kosten von 100 Euro und mehr inzwischen keine Seltenheit.
Billig war es noch nie, sich in einem der rund 7.000 privat betriebenen „stabilimenti balneari“ einen Platz an der Sonne zu sichern. Doch in diesem Sommer erreichen die Preise Rekordhöhen. Spitzenreiter ist derzeit der Luxusclub „Twiga“ an der toskanischen Küste, einst im Besitz von Formel-1-Manager Flavio Briatore: Dort kostet ein Tag im „Herrscherzelt“ mit mehreren Liegen und Stühlen stolze 1.500 Euro – ohne Essen und Getränke.
Auch abseits solcher Luxusadressen sind die Tarife gestiegen. In Santa Marinella bei Rom verlangt das Strandbad „La perla del Tirreno“ für zwei Liegen und einen Schirm 60 Euro. Dazu kommen überteuerte Snacks – ein Cappuccino kostet 5 Euro, ein Thunfisch-Cheeseburger 14 Euro. Für eine vierköpfige Familie sind 100 Euro pro Tag inzwischen normal – für viele Österreicher schlicht nicht mehr leistbar.
Strände bleiben leer, Politik greift nicht ein
Laut dem Verband Assobalneari Italia ist die Zahl der Gäste in dieser Saison um bis zu 30 Prozent gesunken. Nur an Sonntagen sind die Strände noch voll. Schauspieler Alessandro Gassmann forderte öffentlich Preisnachlässe, doch die Betreiber verweisen auf Inflation und hohe Betriebskosten.
Politische Hilfe ist nicht in Sicht. Von der rechten Regierung in Rom kommt keine Entlastung. Tourismusministerin Daniela Santanché will von einer Krise nichts wissen. Solche Berichte seien „alarmistisch“ und „irreführend“, erklärte sie. Gleichzeitig profitieren viele Pächterfamilien seit Jahren von Sonderregelungen, die neue Ausschreibungen verhindern.
Wer sparen will, hat zwei Möglichkeiten: den Urlaub in günstigere Regionen wie Sizilien verlegen – dort kosten Schirm und Liegen ab 20 Euro – oder einfach Handtuch und Sonnenschirm mitbringen und sich auf einem der freien Strandabschnitte niederlassen. Das kostet nichts – und sorgt immerhin dafür, dass der Ärger über Mondpreise nicht den ganzen Urlaub verdirbt.