Geldwäsche-Verdacht belastet den Vatikan

Laut dem ehemaligen Chef-Finanzprüfer Libero Milone habe die Lohnbehörde des Vatikan ein geheimes Instrument genutzt, um nachträglich Namen und Kontonummern bei internationalen Banküberweisungen zu verändern, berichtet das News-Magazin Politico. Dies hätte es ermöglicht, Absender und Empfänger zu verschleiern – ein potenzielles Einfallstor für grenzenlose Geldwäsche.

Milone, einst von Papst Franziskus als Reformer geholt, musste 2017 aufgrund von Spionagevorwürfen gehen. Er behauptet, man habe ihn entlassen, weil er dubiose Finanzgeschäfte aufdeckte – unter anderem mit Bezug zu Kardinal Giovanni Angelo Becciu, der 2023 wegen Veruntreuung verurteilt wurde. Laut Milone liegen ihm Beweise vor, dass das SWIFT-System manipuliert wurde, obwohl Experten betonen, dies sei technisch unmöglich.

Die Enthüllungen fallen in eine heikle Phase: Der Vatikan kämpft mit sinkenden Spenden, einem Haushaltsdefizit und einem brüchigen Vertrauensverhältnis zu Großspendern. Obwohl jüngste Gewinne der vatikanischen Banken für Hoffnung sorgten, könnte dieser Skandal das Vertrauen wieder zerstören.

Der Vatikan weist die Vorwürfe als „völlig haltlos“ zurück. Interne und externe Prüfungen hätten keinerlei Unregelmäßigkeiten ergeben. Dennoch wiegt die Glaubwürdigkeit des Whistleblowers schwer – und die Geschichte reiht sich nahtlos in eine lange Serie kirchlicher Finanzskandale, die bis zu den mysteriösen Todesumständen von „Gottes Banker“ Roberto Calvi 1982 zurückreichen.

Sollten sich Milones Behauptungen bestätigen, droht dem Kirchenstaat die internationale Finanzisolation – ein Albtraum für den neuen Papst und seine Reformagenda.

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