Norwegischer Staatsfonds trennt sich von Beteiligungen in Israel
Der angegebene Grund für diesen Schritt des bekannten Staatsfonds: ethische Bedenken angesichts des Kriegs im Gazastreifen und der anhaltenden Besatzungspolitik im Westjordanland.
Wie der Fonds am Montag mitteilte, sollen sämtliche Investitionen, die bislang von externen Vermögensverwaltern betreut wurden, künftig intern verwaltet werden. Gleichzeitig werden neue Engagements in Israel nur noch in Unternehmen erfolgen, die im Aktien-Benchmark-Index gelistet sind. Ziel sei es, problematische Geschäftspraktiken konsequent zu vermeiden.
Noch Ende Juni hielt der Fonds Anteile an 61 israelischen Unternehmen, ein Jahr zuvor waren es 65. Die laufende Überprüfung aller Engagements in Israel werde fortgesetzt, hieß es in der Erklärung. Zudem wurde die Zusammenarbeit mit externen Managern, die israelische Beteiligungen betreuten, vollständig beendet.
Finanzminister Jens Stoltenberg - er war bis 2024 Nato-Generalsekretär - bekräftigte, dass es keine Investitionen in Firmen geben dürfe, die direkt oder indirekt an der Besetzung des Westjordanlands oder militärischen Operationen im Gazastreifen beteiligt sind. Einen vollständigen Rückzug aus dem israelischen Markt lehnte er jedoch ab, berichtet das Handelsblatt.
Der Schritt folgt auf eine öffentliche Debatte in Norwegen über die Beteiligung des Fonds an Bet Shemesh Engines, einem Unternehmen, das israelische Kampfflugzeuge wartet. Kritiker hatten dies als Widerspruch zu den ethischen Richtlinien des Fonds gewertet.
Der norwegische Staatsfonds, der zwei Billionen US-Dollar verwaltet, gilt international als Vorreiter in Sachen ethisches Investieren. Seine Entscheidungen haben aufgrund des enormen Anlagevolumens erheblichen Einfluss auf die globalen Finanzmärkte – und senden in diesem Fall ein deutliches politisches Signal.
Die Regierung in Oslo will die Entwicklung in Israel und den palästinensischen Gebieten weiter genau beobachten und betont, dass wirtschaftliche Interessen nicht über Menschenrechtsfragen stehen dürfen.