Quallen legen französisches Atomkraftwerk lahm

Ein ungewöhnlicher Zwischenfall hat am Wochenende das Atomkraftwerk Gravelines im Norden Frankreichs lahmgelegt: Ein massiver Quallenschwarm blockierte die Wasserpumpstationen der Anlage. Laut Betreiber Électricité de France (EDF) verstopften die Tiere die Filtertrommeln im nicht-nuklearen Teil des Kraftwerks.

Am Sonntagabend schalteten sich zunächst drei Reaktoren automatisch ab, in den frühen Morgenstunden des Montags folgte der vierte. Die verbleibenden zwei der insgesamt sechs Reaktorblöcke befinden sich derzeit wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb, damit steht die Stromproduktion des größten französischen AKW vorübergehend komplett still.

EDF betonte, es habe keine Gefahr für die Sicherheit der Anlage, des Personals oder der Umwelt bestanden. Die Stromversorgung sei nicht gefährdet, da andere Kraftwerke den Ausfall kompensieren könnten und die Nachfrage im Sommer generell geringer sei.

Das AKW Gravelines am Ärmelkanal ist eines der leistungsstärksten Europas und spielt eine zentrale Rolle in der französischen Energieversorgung. Naturereignisse wie Quallenschwärme können jedoch immer wieder zu Störungen führen – ähnlich wie bei Kraftwerken in Japan oder Israel, die in der Vergangenheit ebenfalls durch massenhaft auftretende Quallen zeitweise stillstanden.

EDF arbeitet nun daran, die Pumpstationen von den Meerestieren zu befreien, um den Betrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.

Credit: Getty Images