Minister gibt Audi S8 zurück - auch Deutschland hat einen Fall Schellhorn
Auch in Deutschland agieren Politiker, die noch luxuriöser von A nach B wollen: Claus Ruhe Madsen (CDU), der Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein wollte sich auf Kosten der Steuerzahler einen Audi S8 um 157.350 Euro (Startpreis) genehmigen - das ging aber jetzt nicht so gut aus wie das bekannte Audi-Upgrading des österreichischen Deregulierungs-Staatssekretärs Sepp Schellhorn (NEOS).
Der Shitstorm war heftig: Dass sich der Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein einen 157.350 Euro teuren Benziner als Dienstwagen gönnt, brachte viele Staatsbürger in Deutschland auf die Palme - immerhin ist die wirtschaftliche Situation bei unseren Lieblingsnachbarn ähnlich traurig wie hier in Österreich, auch war der bisher verwendete Wagen - ein BMW 750 E Hybrid - durchaus komfortabel.
Nach mehreren Tagen heftigster Kritik zog Minister Claus Ruhe Madsen nun die Notbremse: Der CDU-Politiker stoppte die Auto-Bestellung, wie die Bild aktuell berichtet. Der Wirtschaftsminister: "Ich brauchte einen neuen Dienstwagen und hatte ein sehr günstiges Leasingangebot vorliegen“, erklärte Madsen. Und: „Ich habe dabei nicht sensibel genug bedacht, wie das Bild nach außen ist. Die Kritik daran habe ich ernst genommen. Ich als Minister habe eine Vorbildfunktion und die habe ich in dem Fall unterschätzt.“
Derartige Worte hörte man nicht von seinem politischen Bruder im Geiste, dem österreichischen Deregulierungs- und Einspar-Staatssekretär Sepp Schellhorn (NEOS): Der bereits aufgrund mehrerer Skandale angezählte Regierungspolitiker verteidigte noch mit Vehemenz den Ankauf eines Audi A8 als neuen Dienstwagen - ein Audi A6 sei für ihn "zu klein" gewesen, außerdem wäre der Audi A8 "viel günstiger". Dass er für sein fehlendes politisches Gespür kritisiert worden ist, brachte Schellhorn dann derart in Rage, dass er in einer Redaktion eines unabhängigen Mediums anrief und den Herausgeber beschimpfte.

Fotos: REUTERS/Leonhard Foeger, Getty Images