Mexiko liefert 26 Kartell-Bosse an die USA aus
Mexiko hat 26 inhaftierte mutmaßliche Mitglieder führender Drogenkartelle an die USA überstellt. Laut Regierung stellten die Gefangenen ein erhebliches Risiko für die nationale Sicherheit dar, sodass langwierige Auslieferungsverfahren umgangen werden konnten. Die Übergabe erfolgte unter der Bedingung, dass in den USA keine Todesstrafe verhängt wird.
Die Häftlinge, deren Namen nicht veröffentlicht wurden, sollen in US-Städte wie San Diego, New York und Washington geflogen worden sein. Sie stehen wegen schwerer Drogendelikte vor Gericht.
Es ist bereits die zweite größere Auslieferung dieser Art in diesem Jahr – im Februar hatte Mexiko 29 Gefangene überstellt, darunter führende Köpfe der Zetas und des Sinaloa-Kartells.
Die Maßnahme folgt auf die spektakuläre Flucht des mutmaßlichen chinesischen Geldwäschers Zhi Dong Zhang, der über ein Loch in der Wand entkam, nachdem ihm Hausarrest gewährt worden war. Präsidentin Claudia Sheinbaum machte korrupte Richter verantwortlich und bekräftigte zugleich, dass sie keine US-Militäreinsätze in Mexiko zulassen werde, jedoch auf enge Sicherheitskooperation mit Washington setze.
Sicherheitsanalysten sehen in den Transfers Vorteile für beide Länder – in den USA könnten die Kartellbosse eher kooperieren, während Mexiko Probleme mit korrupten Gefängnissen umgeht.
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