Die Grünen feuern 30 Mitarbeiter ihrer Parteizentrale

Nach deutlichen Stimmenverlusten bei Bundestags- und Europawahl müssen die Grünen ihre Parteizentrale in Berlin drastisch verkleinern. Laut Handelsblatt sollen bis zum Jahreswechsel 30 der derzeit 150 Stellen wegfallen – befristete Verträge werden nicht verlängert. Zu Wahlkampfzeiten beschäftigte die Partei zeitweise bis zu 190 Mitarbeiter.

Der Bundesvorstand informierte das Personal am 23. Juli in einer außerordentlichen Versammlung. Grünen-Chef Felix Banaszak erklärte, die Partei müsse sparen: Jeder Prozentpunkt weniger im Wahlergebnis bedeute rund eine Million Euro weniger im Budget. Bei der Europawahl fielen die Grünen von 20,5 auf 11,9 Prozent, bei der Bundestagswahl von 14,8 auf 11,6 Prozent.

Die Stimmung in der Sitzung war angespannt. Schatzmeisterin Manuela Rottmann sprach von einem „Scheiß-Tag“, eine Mitarbeiterin vom „Untergang der Partei“. Kritik gab es auch am Vorgehen des Vorstands, das als „intransparent“ und „unehrlich“ bezeichnet wurde.

Seit der Ankündigung ist die Unruhe in der Parteizentrale groß. Berichten zufolge gab es auffallend viele Krankmeldungen. Für die Grünen bedeutet der Schritt nicht nur einen personellen Einschnitt, sondern auch einen schmerzhaften Neuanfang in der Opposition.

Credit: Die Grünen