Palasthotel: Asylbewerber ziehen in Luxussuiten ein
Das einstige Palasthotel in der deutschen Stadt Wiesbaden, 1907 von Kaiser Wilhelm II. eröffnet, sorgt seit Jahren für Streit. Neun Jahre lang konnte sich die Stadt nicht auf eine künftige Nutzung einigen. Ursprünglich sollten nach einer Komplettsanierung bezahlbare Senioren- und Businesswohnungen entstehen. Doch die Kosten von rund 40 Millionen Euro sprengen den Rahmen, der Umbau liegt auf Eis.
Die städtische Eigentümergesellschaft GWW hatte dafür 80 Sozialwohnungen im Gebäude geräumt und den Mietern Ersatz in Wiesbaden besorgt. Weil nun ein Leerstand drohte, zogen als Zwischenlösung 13 Flüchtlingsfamilien in die früheren Luxussuiten ein.
Laut Jobcenter handelt es sich um kleinere Familien mit anerkanntem Schutzstatus, die Bürgergeld beziehen. Die Mietverträge sind vorerst bis Sommer 2026 befristet.
Eine dauerhafte Nutzung als Flüchtlingsunterkunft sei nicht geplant, heißt es von der GWW. Doch sollte das linke Stadtbündnis aus SPD, Grünen, Linken und Volt weiter keine Entscheidung treffen, könnten weitere Wohnungen an Flüchtlinge vergeben werden.