Kriegsmüdigkeit in der Ukraine: Täglich desertieren 400 Soldaten

Die Ukraine hat ein massives Problem: Immer mehr Soldaten verlassen die Front. Nach Informationen des Telegraph kehren täglich über 400 Männer erschöpft und enttäuscht von der militärischen Führung ihren Stellungen den Rücken. Seit Kriegsbeginn sollen 650.000 wehrfähige Männer das Land verlassen haben. Andere tauchen unter, oder sie bezahlen Bestechungsgelder, um einer Einberufung zu entgehen.

Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt es bislang ab, das Rekrutierungsalter von derzeit 25 auf 18 Jahre zu senken – trotz westlicher Forderungen und der Aussicht auf bis zu 800.000 neue Rekruten. Eine solche Entscheidung könnte, so die Befürchtung, einen massiven öffentlichen Widerstand auslösen.

Das Land wirkt gespalten: In Städten wie Kiew oder Lwiw geht das Leben fast ungestört weiter. Geschäfte sind geöffnet, Restaurants, Nachtclubs und Opernhäuser gut besucht – der Krieg scheint weit weg.

An der Front hingegen herrscht ein völlig anderes Bild: zerstörte Städte, verwüstete Landschaften und eine Armee, die an personellen und moralischen Grenzen kämpft. Die wachsende Kriegsmüdigkeit stellt die Ukraine vor die doppelte Herausforderung, sowohl ihre Verteidigungsbereitschaft als auch die Unterstützung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten.

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