Wenn Kinder Straftaten begehen: Eltern müssen 2000 Euro Bußgeld zahlen

In einer US-Gemeinde sorgt ein ungewöhnliches Gesetz für Aufsehen: Eltern sollen künftig direkt für die Verfehlungen ihrer minderjährigen Kinder belangt werden – unabhängig davon, ob sie von deren Taten wussten oder nicht.

Der Gemeinderat von Gloucester Township im Bundesstaat New Jersey beschloss ein Maßnahmenpaket, das drastische Folgen für Erziehungsberechtigte haben kann. Wer es nicht schafft, seine Kinder vom Gesetzesbruch abzuhalten, riskiert bis zu 90 Tage Haft oder Geldstrafen von bis zu 2.000 Dollar. Betroffen sind Eltern von Jugendlichen unter 18 Jahren.

Hintergrund der Regelung

Die Liste der Delikte ist lang. Insgesamt 28 verschiedene Vergehen können auf die Eltern zurückfallen – vom bloßen Herumlungern in Gruppen, Trunkenheit oder Bettelei über Sachbeschädigung und Glücksspiel bis hin zu schweren Straftaten. Auch „Ungehorsam“, „Unmoral“ oder der bewusste Umgang mit Dieben und Kriminellen fallen darunter. Besonders streng werden Wiederholungstäter geahndet.

Der Hintergrund der neuen Regelung liegt in einer Serie von Jugendkrawallen, die in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen sorgten. So eskalierte im Sommer 2024 ein Drohnenspektakel in Gloucester Township, als mehrere hundert Jugendliche aneinandergerieten. Elf Personen, überwiegend Teenager zwischen 13 und 17 Jahren, wurden festgenommen. Drei Polizisten erlitten Verletzungen, die Veranstaltung musste abgebrochen werden.

Polizeichef David Harkins rechtfertigte die Maßnahmen: „Das Verhalten unbegleiteter Jugendlicher hat eine friedliche Familienveranstaltung zerstört. Solches gesetzloses und gewalttätiges Benehmen wird nicht toleriert.“ Ähnliche Vorfälle hatte es bereits zuvor an der Küste von New Jersey gegeben, darunter eine Messerstecherei in Cape May.

Mit dem neuen Gesetz wolle die Gemeinde verhindern, dass Eltern ihre Verantwortung auf die Gesellschaft abwälzen. Kritiker sehen darin allerdings eine pauschale Bestrafung von Familien, die im Extremfall auch jene treffen könnte, die ihre Kinder tatsächlich zu kontrollieren versuchen. Befürworter halten dagegen: Ohne klare Konsequenzen sei das Problem der „außer Kontrolle geratenen Jugendlichen“ nicht mehr in den Griff zu bekommen.