Inhaftierte russische Journalistin in Spital eingeliefert

Die russische Journalistin Maria Ponomarenko, zu acht Jahren Straflager verurteilt, ist nach mehreren Suizidversuchen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Wie ihr Anwalt Dmitri Schitow auf Telegram mitteilte, habe die 46-jährige Medienmitarbeiterin zwischen dem 30. Juli und 9. August drei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen. Ihr Zustand sei inzwischen „zufriedenstellend“, sie habe jedoch eine Bluttransfusion benötigt.

Ponomarenko wollte mit den Suizidversuchen gegen die Bedingungen im sibirischen Straflager protestieren. Laut ihrem Anwalt sei sie wiederholt in Einzelhaft gesteckt und dort von Wärtern schikaniert worden. Er sprach von „folterähnlichen“ Zuständen, die ihre psychische Gesundheit massiv beeinträchtigt hätten.

Die Journalistin war im Februar 2023 wegen „Verbreitung falscher Informationen“ über die russische Armee verurteilt worden. Auslöser war ein Online-Kommentar zum russischen Luftangriff auf ein Theater in der ukrainischen Stadt Mariupol, bei dem Hunderte Zivilisten getötet worden sein sollen. Russland weist bis heute jede Verantwortung zurück.

Bei einem Gerichtstermin im März berichtete Ponomarenko von systematischer Gewalt im Gefängnis. Zugleich verlängerten die Richter ihre Strafe, weil sie angeblich Wachleute angegriffen habe. Menschenrechtsorganisationen sehen den Fall als weiteres Beispiel für die Unterdrückung unabhängiger Stimmen in Russland.

Credit: Sibirian Times