Der nächste Akt: Trump bietet auch europäischen Staatschefs eine Bühne

Es ist der nächste Akt eines diplomatischen Großereignisses im Weißen Haus: US-Präsident Donald Trump empfing am Montag neben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auch mehrere führende Vertreter Europas.

An einem großen rechteckigen Tisch nahmen unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Platz. Trump begrüßte die Runde mit sichtbarer Zufriedenheit – und setzte damit ein Signal der Geschlossenheit, das zuletzt nicht selbstverständlich war.

In dieser Runde lobte sich Donald Trump selbst: "Ich habe sechs Kriege beendet. Wir können das jetzt auch mit einem Waffenstillstand schaffen. Oder sonst auch anders."

Auf dieser Bühne betonten auch alle Teilnehmer die Leistung des US-Präsidenten, dass es überhaupt zu diesen aktuellen Gesprächen gekommen ist - und bedankten sich für die Einladung. Emmanuel Macron ließ mit einem Satz aufhorchen: "Die Ukraine wird auch in Zukunft eine starke wehrhafte Armee brauchen."

Zuvor war der gemeinsame Auftritt von Trump und Selenskyj auffallend harmonisch verlaufen. Der ukrainische Präsident würdigte ausdrücklich die „Friedensbemühungen“ des US-Staatschefs und betonte die Bedeutung der amerikanischen Unterstützung. Auch Trump schlug versöhnliche Töne an: „Er ist durch die Hölle gegangen“, sagte er über Selenskyj. Damit unterschied sich das Treffen deutlich vom letzten gemeinsamen Auftritt im Februar, der nach einer journalistischen Nachfrage über Selenskyjs Kleidung in gegenseitigen Vorwürfen und Verstimmungen geendet hatte.

Doch trotz der freundlichen Gesten sind die Spannungen nicht ausgeräumt. Trump hatte kurz vor dem Treffen mit Selenskyj Kremlchef Wladimir Putin empfangen und öffentlich Druck auf die Ukraine ausgeübt. In sozialen Medien schrieb er, Selenskyj könne den Krieg beenden – allerdings unter Bedingungen, die in Kiew als inakzeptabel gelten: ein möglicher Verzicht auf die von Russland besetzte Krim sowie ein Abrücken vom Ziel einer Nato-Mitgliedschaft.

Selenskyj machte hingegen erneut klar, dass für ihn einzig Russland den Krieg zu verantworten habe: „Dieser Krieg begann mit dem Überfall auf unser Land im Februar 2022“, betonte er. Für die Ukraine sei eine Aufgabe der eigenen Souveränität keine Option.

Mit dem Gipfel im Weißen Haus will Trump einerseits seine Rolle als zentraler Vermittler im Ukraine-Krieg unterstreichen, andererseits aber auch seine enge Abstimmung mit Europa demonstrieren.