Österreichs Gefängnisse kosten 754 Millionen Euro pro Jahr
Die Kosten für den Strafvollzug in Österreich sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Wie aus einer Anfragebeantwortung von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) hervorgeht, beliefen sich die Ausgaben 2019 noch auf 507 Millionen Euro, 2024 hingegen bereits auf 754 Millionen Euro – ein Anstieg um fast 49 Prozent. Allein die Personalkosten legten in diesem Zeitraum um 28,6 Prozent auf 297 Millionen Euro zu.
Gleichzeitig sind viele Gefängnisse überfüllt: 16 von 28 Justizanstalten arbeiten derzeit über ihrer Kapazitätsgrenze. Am stärksten betroffen sind die JVA Linz (120 Prozent Auslastung), Salzburg (116 Prozent) und Korneuburg (115 Prozent). Nur wenige Anstalten wie Wien-Mittersteig (83 Prozent) liegen deutlich darunter.
Beim Personal zeigt sich trotz leichter Aufstockung weiterhin ein Mangel. Derzeit sind 192 Planstellen im Justizwachedienst unbesetzt. Dazu kommt ein Bewerberrückgang um 25 Prozent seit der Corona-Pandemie. Sporrer erklärte, systemrelevante Berufe wie jener in Gefängnissen seien seither weniger gefragt.
Unklar bleibt, wie viel Geld in die Resozialisierung von Häftlingen fließt. Sporrer betonte lediglich, die Betriebe würden laufend evaluiert, um Auslastung und Effizienz zu verbessern.