Luxus, Glamour, Klima – der tiefe Fall des Klemens Hallmann
Vom Society-Liebling zum Sanierungsfall: Der schillernde Immobilien-Investor Klemens Hallmann (48) hat beim Handelsgericht Wien Privatinsolvenz angemeldet. 20 Millionen Euro Schulden drücken den Unternehmer, der einst mit Luxusvillen, Jet-Set-Auftritten, einer Anti-Klimawandel-Show und seiner Nähe zu Stars und Filmprojekten Schlagzeilen machte.
Nach außen inszenierte sich Hallmann lange als Selfmade-Millionär und erfolgreicher Unternehmer. Nun zeigt sich die andere Seite: Laut Insolvenzantrag schuldet er 70 Gläubigern Geld – darunter Banken, das Finanzamt, die Gesundheitskasse und auch Firmen aus seinem eigenen Konzerngeflecht.
Sanierung statt Totalabsturz?
Hallmann will die Kontrolle behalten und hat ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Seinen Gläubigern bietet er eine Quote von 30 Prozent – die Summe soll durch den geordneten Verkauf von Immobilien aufgebracht werden. Ziel sei, „die Interessen der Gläubiger bestmöglich zu wahren“.
Doch die Nerven liegen blank: Sollte das Gericht den Plan nicht absegnen, droht ein klassisches Konkursverfahren mit Notverkäufen – dann würde wohl nur eine Rückzahlung von rund 29 Prozent übrigbleiben.
Toxische Märkte ...
In einer Aussendung spricht Hallmann von einem „außergewöhnlich toxischen Marktumfeld“. Die Finanzierungsbedingungen hätten sich verschärft, die Immobilienbranche stehe massiv unter Druck. Branchenkenner wissen: Viele Projekte hängen am seidenen Faden, seit Zinsen und Baukosten explodierten.
Name einer kleinen, aber bekannten Bank taucht wieder auf
Hallmann, der noch vor wenigen Jahren mit seiner Frau im Blitzlichtgewitter von Society-Events stand, wirkt nun wie ein Symbol für den Höhenflug und Absturz einer ganzen Branche. Seine Liegenschaften – teils schwer mit Hypotheken belastet – sollen nun nach und nach verkauft werden. Welche Objekte auf den Markt kommen, ist offen.
Besonders pikant: Unter den Gläubigern finden sich gleich mehrere Banken aus dem Raiffeisensektor, darunter die Raiffeisen Bank Attersee-Süd - diese nette kleine Bankfiliale in Nußdorf am Attersee betreute auch die Konten von Gesellschaften aus dem Einflussbereich der von René Benko gegründeten Laura Privatstiftung. Ebenso Kunden bei der Raika Attersee-Süd waren: die Wiener Sveta Immobilien Group sowie der Immobilienentwickler Lukas Neugebauer. Mittlerweile sind eine Gesellschaft aus dem Sveta-Umfeld sowie Gesellschaften von Neugebauer in schwere Not geraten und mussten teilweise Insolvenz anmelden.
Ein tiefer Sturz
Für viele Beobachter ist der Fall ein Lehrstück: Wer groß ins Risiko geht, kann bei einem Umbruch in der Finanz- und Immobilienwelt binnen weniger Monate vom Millionär zum Schuldner werden. Ob Hallmann der Neustart gelingt – oder er endgültig im Schuldenstrudel versinkt – liegt nun am Gericht.
Credit: Getty Images