Commerzialbank: Haftstrafen für Unternehmer

Im bisher größten Prozess rund um die Commerzialbank Mattersburg sind am Dienstag die Urteile gegen zwei Unternehmer gefallen. Beide wurden zu je drei Jahren und acht Monaten unbedingter Haft verurteilt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Die Männer erhielten von Ex-Bankchef Martin Pucher und Vorständin Franziska Klikovits Kredite ohne wirtschaftliche Grundlage und nahmen Bargeld aus der Bank an. Damit wurden ihre insolventen Firmen weitergeführt und Sponsorings des SV Mattersburg ermöglicht. Zur Verschleierung stellten sie Scheinrechnungen aus. Vom Vorwurf der betrügerischen Krida wurden sie freigesprochen, da Pucher die Bank stets als erfolgreich darstellte und Gewinne vortäuschte.

Die Angeklagten bekannten sich teilweise nicht schuldig. Sie räumten zwar Bargeldflüsse ein, beteuerten aber, nicht gewusst zu haben, woher das Geld stamme. Pucher habe ihre Notlage ausgenutzt, hieß es. Der Staatsanwalt hielt dagegen: Wer Rechnungen fälscht, könne sich nicht auf Unwissen berufen.

Bereits im Februar waren Klikovits und ein weiterer Unternehmer verurteilt worden. Insgesamt beläuft sich der Schaden in der Causa auf rund 70 Millionen Euro.