Trump: US-Luftwaffe soll Friedenstruppen in der Ukraine sichern
Die nächste Initiative von US-Präsident Donald Trump: Sollte es zu einem Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine kommen, sei Amerika bereit, eine geplante europäische Sicherheitsmission in der Ukraine mit massiver Luftunterstützung zu schützen – allerdings ohne eigene Bodentruppen zu entsenden.
Nach Informationen aus Regierungskreisen beschleunigte sich die Planung für eine solche multinationale Truppe unmittelbar nach einem Treffen Trumps im Weißen Haus mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs. Ziel wäre es, im Falle einer Einigung mit Moskau ein robustes Sicherheitsarrangement in der Ukraine aufzubauen, das einem NATO-Schutzschirm ähnelt.
Militärische Abstimmung auf höchster Ebene
Trump beauftragte den Vorsitzenden der US-Generalstabschefs, Luftwaffengeneral Dan Caine, verschiedene Optionen für Sicherheitsgarantien auszuarbeiten, berichtet aktuell das Wall Street Journal. Noch am Dienstag sollte Caine mit den Militärchefs der beim Ukraine-Treffen vertretenen Länder – darunter Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Finnland – beraten. Auch NATO-Oberbefehlshaber General Alexus Grynkewich, zugleich Chef der US-Streitkräfte in Europa, ist in die Planungen eingebunden. Heute soll Grynkewich die NATO-Verteidigungschefs in einer Videokonferenz über die Entwicklungen informieren.
Heikle Balance mit Moskau
Ein Knackpunkt bleibt der Widerstand Russlands. Moskau lehnt jegliche Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine strikt ab. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa warnte am Dienstag vor einer „unkontrollierbaren Eskalation mit unvorhersehbaren Folgen“, sollte es zu einer solchen Entsendung kommen.
Trump zeigt sich dennoch überzeugt, dass der russische Präsident Wladimir Putin am Ende die Präsenz einer europäischen Friedenstruppe akzeptieren werde. „Wenn es um Sicherheit geht, sind die Europäer bereit, Leute vor Ort einzusetzen. Wir helfen aus der Luft – niemand sonst hat, was wir haben“, erklärte Trump in einem TV-Interview.
Optionen für US-Unterstützung
Noch ist offen, in welcher Form die USA ihre Luftmacht einsetzen würden. Diskutiert wird über Kampfjets zum Schutz der Bodentruppen, Aufklärungsdrohnen zur Überwachung eines möglichen Waffenstillstands sowie Lufttransporte für Soldaten und Material. Auch der Einsatz von bodengestützten Luftabwehrsystemen oder die Bereitstellung von Geheimdienstinformationen stehen auf der Liste.
Eine Stationierung amerikanischer Soldaten in der Ukraine selbst schließt Trump kategorisch aus. Die Botschaft an die US-Bevölkerung ist klar: Washington wird seine technologische und militärische Überlegenheit einsetzen, ohne eigene Truppen einem Risiko auszusetzen.
Europäische Erwartungen
Für die europäischen Partner bedeutet dies zweierlei: Sie müssen bereit sein, eigene Soldaten nach Kiew, Charkiw oder Odessa zu entsenden – und könnten sich aber auf den mächtigen Rückhalt der US-Streitkräfte verlassen. Für Trump wiederum eröffnet sich die Möglichkeit, sowohl internationale Führungsstärke zu demonstrieren als auch innenpolitisch sein Wahlversprechen einzulösen, keine „endlosen Kriege“ mit US-Bodentruppen zu führen.
Credit: Reuters