"Wer soll uns denn überfallen?": Grazer Bürgermeisterin kritisiert Aufrüstung
Elke Kahr, kommunistische Bürgermeisterin von Graz und bundesweit eine politische Ausnahmeerscheinung, hat sich erneut kritisch zur österreichischen Aufrüstungspolitik geäußert. Nach ihrer Ankündigung, 2026 erneut bei der Gemeinderatswahl anzutreten, mischt sie auch in bundesweiten Sicherheitsdebatten mit.
„Wer sagt denn, dass ich zwei Milliarden Euro für Aufrüstung ausgeben muss?“, fragte Kahr in einem Interview mit den Salzburger Nachrichten. Österreich folge hier einem Kurs der EU, den sie für nicht vereinbar mit der immerwährenden Neutralität halte.
Auf die Frage, ob Neutralität Schutz vor Bedrohungen bieten könne, reagierte Kahr mit einem provokanten Einwurf: „Wer soll uns denn überfallen?“ Sie sehe Russland unter Wladimir Putin nicht als Gefahr, da Österreich weder NATO-Mitglied noch feindlich gegenüber Moskau eingestellt sei. „Wir bedrohen das Land ja nicht“, so die Bürgermeisterin.
Zugleich räumte sie ein, dass der Angriff Russlands auf die Ukraine ohne Not erfolgt sei. Wichtig sei daher, dass Österreich über funktionierendes, gewartetes Gerät verfüge – jedoch ohne Milliarden in zusätzliche Waffenprogramme zu stecken.
Ihre Haltung stößt österreichweit auf breite Diskussionen: Während Kritiker ihr Naivität vorwerfen, sieht Kahr ihre Linie als konsequente Verteidigung der Neutralität und einer sparsamen Budgetpolitik.