Polizeipräsident: Generelles Messerverbot für Wien kommt im Herbst
Nach einer Reihe von Messerangriffen in der Hauptstadt stellt Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl ein generelles Verbot des Messertragens für ganz Wien in Aussicht – erste Vorschläge könnten schon im Herbst auf dem Tisch liegen. „Ich nehme klare Signale aus der Politik wahr“, sagte er bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten.
Der jüngste Vorfall am Yppenplatz zeigt laut Pürstl die Grenzen bestehender Waffenverbotszonen auf: Nur zwei Tage nach deren Einführung wurde dort ein Mann niedergestochen. Dennoch verteidigt er die Maßnahme. In Favoriten etwa sei die Gewaltkriminalität nach Einführung der Zone um zehn Prozent gesunken. Möglich sei dies nur durch intensive Polizeipräsenz, gezielte Kontrollen und harte Strafen von bis zu 4600 Euro für Wiederholungstäter.
Allein in Favoriten stellten Beamte heuer 200 gefährliche Gegenstände sicher – 140 davon Messer. Auch die Aufklärungsquote sei hoch: 75 Prozent bei Gewaltdelikten, bei Einsätzen mit Waffen sei die Polizei im Schnitt nach zweieinhalb Minuten vor Ort.
Besonders auffällig: Unter den jüngsten sechs Messerattacken in Wien waren mehrheitlich syrische Staatsbürger als Täter beteiligt, häufig im Zusammenhang mit familiären Streitigkeiten. Doch auch ein 14-jähriger Österreicher stach zu – das sei ein Hinweis, dass das Problem breiter gefasst werden muss.
Credit: Reuters