Afghane will Kind vor Zug stoßen – Richter lässt ihn laufen

An der S-Bahn-Station Reinbek bei Hamburg hat im Mai ein 26-jähriger Afghane versucht, einen zwölfjährigen Buben auf die Gleise zu stoßen. Laut Polizei packte er den Schüler am Hals und drängte ihn in Richtung Gleisbett. Nur durch das Eingreifen der Mutter konnte Schlimmeres verhindert werden. Sie befreite ihren Sohn und alarmierte sofort den Notruf.

Der Mann wurde noch am Tatort festgenommen und einem Amtsarzt vorgestellt. Anschließend kam er in eine Fachklinik. Ein Sachverständiger stellte fest, dass er psychisch krank sei und eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle. Doch das Amtsgericht Lübeck lehnte es ab, den Afghanen dauerhaft in der Psychiatrie unterzubringen. Er wurde entlassen – und verschwand.

Erst nachdem die Staatsanwaltschaft Beschwerde einlegte, entschied das Holsteinische Oberlandesgericht im Juni, den 26-Jährigen in einer psychiatrischen Einrichtung unterzubringen. Wochenlang blieb er jedoch verschwunden. Wie erst jetzt bekannt wurde, gelang der Polizei Anfang August schließlich die Festnahme in Brandenburg.