Das ist gar nicht gut: Ratingagentur Moody's stuft Österreich herab

Das Top-Rating Aa1 bleibt zwar bestehen, doch die Warnung ist deutlich: Die Finanzkraft der Republik schwäche sich spürbar ab, die Wirksamkeit der Budgetpolitik sei geringer als bislang angenommen.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) bestätigte die Entscheidung am Samstag über die Plattform Bluesky. Von einer Überraschung wollte er nicht sprechen: Schon bei der letzten Bewertung im Jänner seien die strukturellen Budgetprobleme nicht vollständig sichtbar gewesen.

Noch höhere Verschuldung erwartet

Während Moody’s im Jänner noch eine Staatsverschuldung von 83 Prozent des BIP bis 2030 prognostiziert hatte, rechnen die Analysten nun mit einem Anstieg auf 88,4 Prozent – ein historischer Rekordwert für Österreich. Nur die USA und Kanada dürften innerhalb der G7-Staaten eine noch höhere Schuldenquote aufweisen.

Gleichzeitig erwartet die Agentur für heuer ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,2 Prozent, nach zwei Jahren Rezession. 2026 könnte das Plus bei einem Prozent liegen.

Demografie, Zinsen und Verteidigungsausgaben

Moody’s verweist auf zusätzliche Risiken: alterungsbedingte Kostensteigerungen, steigende Zinslasten sowie mögliche Verpflichtungen, die Verteidigungsausgaben auf Druck der EU-Partner anzuheben. Geplant ist, diese bis 2032 von 1 auf 2 Prozent des BIP zu verdoppeln. Bereits im kommenden Jahr sollen die Zinszahlungen von 2,9 auf 3,4 Prozent der Staatseinnahmen steigen.

Marterbauer betonte, dass Österreichs Wirtschaft nach wie vor zu den wettbewerbsfähigsten Europas gehöre. Die Bundesregierung habe im Frühjahr 2025 ein umfassendes Sanierungspaket beschlossen, das eine Reduktion der Neuverschuldung, Einsparungen in der Verwaltung und eine Reform der Pensionsfinanzierung vorsieht. Ziel sei es, das Defizit bis 2028 auf unter zwei Prozent des BIP zu drücken.

Während Moody’s mit der Herabstufung Druck aufbaut, bleiben die beiden anderen großen Ratinghäuser gelassener: S&P bestätigt ein AA+ mit stabilem Ausblick, Fitch ein AA ebenfalls mit stabilem Ausblick. Damit bleibt Österreich in der zweithöchsten Bonitätsklasse.

„Ich habe ein strenges Auge auf den Budgetkurs der Republik“, sagte Marterbauer. „Wir werden unseren Plan umsetzen – und dann werden sich auch die Ratings wieder verbessern.“