Kiew kritisiert Auftritt von Woody Allen bei Filmfestival in Moskau
Die ukrainische Regierung hat den Auftritt des US-Regisseurs Woody Allen (89) beim Moskauer Filmfestival scharf verurteilt. Woody Allen war am Sonntag per Video zugeschaltet, um ein Gespräch mit dem kremlnahen Filmemacher Fjodor Bondartschuk zu führen. Dieser gilt wegen seiner Unterstützung des russischen Angriffskriegs als Ziel westlicher Sanktionen.
Das ukrainische Außenministerium sprach in den sozialen Netzwerken von einer „Schande“ und einer „Beleidigung für die Opfer unter ukrainischen Filmschaffenden, die durch russische Kriegsverbrechen getötet oder verletzt wurden“. Kultur dürfe nicht zur „Reinwaschung“ von Verbrechen missbraucht oder als „Propagandainstrument“ eingesetzt werden, hieß es weiter. Allen verschließe bewusst die Augen vor den russischen Gräueltaten, die seit 2014 in der Ukraine verübt würden.
Während des Gesprächs zeigte Allen Bewunderung für den sowjetischen Regisseur Sergej Bondartschuk, den Vater seines Gesprächspartners. Russische Medien zitieren ihn zudem mit den Worten: „Mir hat russisches Kino immer gefallen.“ Politische Stellungnahmen vermied der 89-jährige Superstar jedoch. Auf die Frage, ob er in Russland einen Film drehen wolle, ging er nicht ein.