„Keine Daten“: Wiens Polizei mauert zu Kriminalität in Asyleinrichtungen
Die Wiener Polizei verweigert jede Auskunft über Kriminalität in Asylunterkünften. Auf Anfrage von Blog.at hieß es lapidar, man habe dazu „keine Daten“. Damit bleibt völlig offen, wie oft es in den knapp 70 Sammelunterkünften der Stadt zu Einsätzen kommt – und welche Delikte dort tatsächlich vorkommen. Offizielle Statistiken, wie sie in Deutschland vorgelegt werden müssen, existieren in Wien offenbar nicht oder werden nicht veröffentlicht.
Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass es auch anders geht. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen legte die schwarz-grüne Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD Zahlen offen, die von einer massiven Belastung der Polizei zeugen. Im Jahr 2024 rückten die Beamten 15.825 Mal zu Asylunterkünften aus. Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden bereits 6.797 Einsätze registriert – mehr als 1.100 pro Monat. Im Jänner waren es 1.156 Einsätze, im März 1.207, im Mai 1.148.
Die Bandbreite der Vorfälle ist enorm: Drogenhandel, Diebstahl, Erpressung, Falschgeld, Messerstechereien, Sexualverbrechen, Waffenvergehen bis hin zu Tötungsdelikten. Besonders betroffen sind Unterkünfte in Neuss, Münster, Soest, Weeze und Bonn.
In Deutschland zeichnet sich ein Kontrollverlust ab
Die AfD spricht angesichts der Zahlen von einem Kontrollverlust und fordert, straffällige Asylbewerber konsequent abzuschieben. Die Landesregierung hingegen weist darauf hin, dass aus der bloßen Anzahl an Einsätzen nicht automatisch auf strafbares Verhalten geschlossen werden könne.
In Wien bleibt die Situation hingegen im Dunkeln. Während NRW konkrete Zahlen auf den Tisch legen musste, erklärte die Polizei der Bundeshauptstadt, man habe keinerlei Aufzeichnungen. Ob tatsächlich nicht erhoben wird oder ob politische Gründe hinter der Zurückhaltung stehen, bleibt unbeantwortet. Für die Bürger bedeutet das: Sie wissen nicht, ob und in welchem Ausmaß in den Wiener Asylquartieren Straftaten begangen werden.