98 % der Zuwanderer wollen die Einbürgerung
Zehn Jahre nach Beginn der großen Fluchtbewegung nach Deutschland zeigt eine aktuelle Untersuchung: Der Wunsch nach einem deutschen Pass ist überwältigend. Mehr als 98 Prozent der Geflüchteten streben eine Einbürgerung an – viele haben bereits den Antrag gestellt oder besitzen die Staatsangehörigkeit. Nur rund 1,5 Prozent lehnen eine Einbürgerung ab.
Die Zahlen stammen aus drei Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) von 2016 bis 2023 basieren. Personen aus der Türkei und der Ukraine wurden dabei nicht berücksichtigt, um Verzerrungen zu vermeiden.
Gleichzeitig zeigt sich eine zwiespältige Entwicklung: Während fast alle Migranten dauerhaft in Deutschland bleiben wollen, wächst ihre Sorge vor Fremdenfeindlichkeit. 2019 machten sich rund 30 Prozent der Befragten deswegen Gedanken, 2023 bereits 54 Prozent – der höchste Wert im Beobachtungszeitraum. Parallel dazu sank das Gefühl bei den Zuwanderern, willkommen zu sein: Von 83 Prozent im Jahr 2016 auf nur noch 65 Prozent im Jahr 2023.
Trotz dieser Tendenzen bleibt der Wunsch nach Integration stark. Das DIW betont, dass Einbürgerung nicht nur ein rechtlicher Akt sei, sondern auch ein klares Signal für die Bereitschaft, dauerhaft Teil der deutschen Gesellschaft zu werden.