Gesundheitskosten für Beamte explodieren auf 6,6 Milliarden Euro

Die Gesundheitskosten für Beamte steigen rasant an und belasten Bund, Länder und Gemeinden zunehmend. Nach Berechnungen der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags gaben allein die Bundesbehörden im Jahr 2024 rund 6,6 Milliarden Euro für Beihilfen aus – fast 15 Prozent mehr als 2022. In den Ländern kletterten die Kosten im selben Zeitraum von 11,3 auf 13,8 Milliarden Euro.

Als Gründe nennen die Experten den demografischen Wandel, den medizinischen Fortschritt und generell steigende Preise im Gesundheitswesen. Beamte erhalten Beihilfen für Arzt- und Pflegekosten, den Rest sichern sie gewöhnlich über private Krankenversicherungen ab. Kritiker sehen darin eine einseitige Förderung privater Anbieter zulasten des solidarischen gesetzlichen Systems.

Die Grünen-Abgeordnete Linda Heitmann fordert deshalb eine Reform. Sie schlägt vor, dass der Staat Beamten auch beim Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung pauschale Zuschüsse zahlt. In Hamburg und Bremen gibt es dieses Modell bereits. Dort übernimmt der Dienstherr die Hälfte der Beiträge – ähnlich wie bei Angestellten.

Vor allem junge Beamte nutzen diese Möglichkeit zunehmend. Laut Gutachten entschieden sich in Hamburg zwischen 2018 und 2023 knapp ein Viertel der Nachwuchskräfte für die gesetzliche Krankenkasse.