Merkel: Hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist, Migranten wieder abzuschieben

Angela Merkel hat zehn Jahre nach ihrem Satz „Wir schaffen das“ ihre damalige Entscheidung als alternativlos verteidigt. Bei einer Veranstaltung der „Augsburger Allgemeinen“ erklärte die Altkanzlerin (CDU), man habe „vieles geschafft, aber noch vieles zu tun“. Zwar gebe es Defizite, doch viele der 2015 eingereisten Flüchtlinge seien inzwischen in Arbeit – eine „riesige Leistung“ sowohl für die Migranten als auch für Deutschland.

Merkel räumte jedoch ein, die Schwierigkeiten bei Rückführungen damals unterschätzt zu haben. Auf die Frage, ob man 2015 mit „Wasserwerfern an die Grenze“ hätte gehen sollen, entgegnete sie: „Was wäre da mit unseren Werten gewesen?“ Eine Zurückweisung von Asylbewerbern lehnt sie weiterhin ab und fordert gemeinsame europäische Lösungen.

Zugleich warnte Merkel vor einer Spaltung der Gesellschaft. Man dürfe der AfD keine Deutungshoheit über Themen überlassen. Auch sei es gefährlich, Regionen gegeneinander auszuspielen.

Mit Blick auf die Bundespräsidentenwahl 2027 zeigte sie sich offen für eine Frau an der Staatsspitze. „Das finde ich richtig. Das kann ich mir sehr gut vorstellen“, sagte Merkel, betonte aber, sie werde sich in die Entscheidung nicht einmischen.