Merz: Keine Hoffnung mehr auf ein Treffen von Putin und Selenskyj
Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach den jüngsten russischen Luftangriffen Zweifel an einem baldigen Treffen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geäußert. Bei Gesprächen mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron in dessen Sommerresidenz Fort de Brégançon erklärte Merz, er sehe derzeit „offensichtlich keine Chance“ für ein direktes Gipfeltreffen.
Noch in der vergangenen Woche hatte US-Präsident Donald Trump nach einem Telefonat mit Putin ein mögliches Gespräch zwischen den beiden Präsidenten angekündigt. Russland selbst sprach jedoch lediglich von einer Bereitschaft, die laufenden Verhandlungen auf „eine höhere Ebene“ zu heben – ein Treffen der Staatsoberhäupter sei allenfalls am Ende eines Prozesses denkbar. Die Ukraine und ihre Partner werfen Moskau seit Langem Verzögerungstaktik vor.
Merz verurteilte die jüngsten russischen Angriffe scharf: „Russland hat in der Nacht wieder sein wahres Gesicht gezeigt.“ In Kiew wurden nach Angaben der Rettungsdienste mindestens 18 Menschen getötet, darunter vier Kinder. Neben Wohnhäusern gerieten auch die Büros der EU-Delegation und des British Council ins Visier.
Auch Außenminister Johann Wadephul äußerte sich skeptisch. Er sehe „allergrößte Zweifel“, dass es in absehbarer Zeit zu ernsthaften Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew komme.