Der US-Autobauer Ford verschärft den Sparkurs in seinem traditionsreichen Werk in Köln. Wegen der schwachen Nachfrage nach Elektroautos wird der Stellenabbau ausgeweitet und der Betrieb auf eine Schicht reduziert.
Seit 1930 produziert Ford am Rhein, doch die Umstellung auf E-Modelle bringt das Werk unter massiven Druck. Wie das Handelsblatt berichtet, sollen zusätzlich zu den bereits geplanten 2.900 Stellen weitere rund 1.000 Arbeitsplätze wegfallen. Ab Jänner 2026 wird der Zwei-Schicht-Betrieb auf eine Schicht reduziert. Die genaue Zahl der zusätzlichen Streichungen soll erst nach Information der Belegschaft bekanntgegeben werden.
Späte Umstellung auf Elektroautos
Bereits vor einem Jahr hatte Ford ein umfassendes Sparpaket angekündigt, das zum ersten Streik in der Geschichte des Werks führte. Der Plan sieht vor, bis 2027 fast 3.000 Stellen in Produktion, Verwaltung und Entwicklung abzubauen. Den Mitarbeitern wurden Abfindungen und Altersteilzeit-Modelle angeboten. Die neuen Kürzungen werden nun auf diesen Plan aufgesattelt.
Ford hatte rund zwei Milliarden Euro in die Umstellung des Kölner Werks auf die E-Auto-Produktion investiert. Doch der Zeitpunkt erwies sich als unglücklich: Kurz vor Produktionsstart strich die Bundesregierung die Kaufprämie für Elektroautos, die Nachfrage brach ein. Die neuen Modelle Explorer und Capri starten bei rund 40.000 Euro und liegen damit weit über dem früheren Preisniveau der Marke.
Die schwache Nachfrage trifft nicht nur Ford – auch andere Hersteller kämpfen mit zu optimistischen Prognosen für den E-Auto-Markt. In Köln waren Ende des vergangenen Jahrzehnts noch rund 20.000 Menschen beschäftigt, nach Abschluss der aktuellen Sparpläne sollen es nur noch 7.600 sein.