Politischer Fehler wird korrigiert: U-Bahn, Bus und Straßenbahn bleiben für Blinde doch gratis
Sehbehinderte, blinde und gehörlose Menschen in Wien behalten weiterhin das Recht auf eine kostenlose Jahreskarte für die Wiener Linien. Das bestätigte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Freitag.
Ursprünglich war geplant, die Unterstützung einzustellen und eine neue „Jahreskarte Spezial“ um 300 Euro einzuführen. Gegen diese Maßnahme hatten sowohl der Blindenverband als auch tausende Nutzer in den sozialen Medien protestiert. Aktuell profitieren rund 2700 Personen von der Förderung über den Fonds Soziales Wien.
Die Wiener FPÖ übte scharfe Kritik an Ludwigs Rückzieher. FPÖ-Chef Dominik Nepp warf dem Bürgermeister vor, „ein Feuer zu löschen, das er selbst gelegt hat“. Das sei zynisch und belege, dass Ludwig keine verlässliche Politik betreibe. Für seh- und hörbehinderte Menschen müsse die Gratisfahrt selbstverständlich bleiben, betonte Nepp, alles andere sei ein „Skandal“.
Darüber hinaus forderte Nepp eine Ausweitung der Gratisjahreskarte auf alle Pensionisten ab 65 Jahren. Nach einem Leben voller Arbeit sei es gerecht, die ältere Generation zu entlasten.