20.783 Euro: Warum ein Workshop mit Olena Selenskyj in Wien nicht günstig war

Der Wien-Besuch des ukrainischen Prsäidentenpaares am 18. Juni sorgte insgesamt für 463.000 Euro an Kosten. Ein Workshop mit Olena Selenskyj war 20.783 Euro teuer.

Credit: Getty Images

Credit: Getty Images

Die nicht wirklich geringen Kosten der Kurz-Visite von Olena und Wolodymyr Selenskyj in Österreich werden bereits seit einigen Tagen auf den Social-Media-Plattformen diskutiert. Ein Posten springt dabei besonders Auge: der Workshop mit Olena Selenskyj in der Hofburg in Wien um 20.783 Euro. Statement.at fragte nun bei der Präsidentschaftskanzlei nach, warum wenige Stunden mit Gesprächen diese Kosten verursachen können.

Ein Sprecher des Bundespräsidenten erklärte gegenüber statement.at, wie sich die Kosten des Workshops mit der ukrainischen Präsidenten-Gattin zusammensetzen: "Am 18. Juni 2025 fand auf Initiative von Frau Doris Schmidauer und der ukrainischen First Lady Olena Selenska in Zusammenarbeit mit der Diplomatischen Akademie und dem Netzwerk ,Summit of First Ladies and Gentlemen Global Platform' ein Workshop für First Ladies and Gentlemen zum Thema ,Soft Power and Geopolitics' statt. Am Workshop nahmen neben den Veranstalterinnen sieben Partnerinnen von Staats- bzw. Regierungschefs teil."

Und was Österreichs Steuerzahler vermutlich am meisten interessieren wird - wie die Kosten von 20.783 Euro erklärt werden: "An der Veranstaltung nahmen neben den Veranstalterinnen die First Ladies and Gentlemen aus Albanien, Armenien, Estland, Finnland, Guatemala, Serbien, Slowenien sowie der Ukraine in Begleitung ihrer jeweiligen Delegationen (insgesamt etwa 45 Personen) teil. Für die Veranstaltung fielen Kosten für die Verpflegung für die Teilnehmer des Workshops, Konferenztechnik und Dolmetschung, Moderation und Vortragende sowie Gastgeschenke für die teilnehmenden acht First Ladies and Gentlemen an."

Also Ausgaben von 20.783 Euro für nur 45 Personen für einen kurzen Tag? Das macht einen Schnitt von 462 Euro pro Person aus.

Alle Details zu diesem Workshop, für den laut Präsidentschaftskanzlei kein Protokoll angefertigt worden ist, finden sich auf der Seite Nine First Ladies and Gentlemen gathered for diplomatic educational event in Austria - Summit of First Ladies and Gentlemen Global Platform

Hier ein Auszug des Arbeitsprogramms: Die erste Sitzung befasste sich mit der Rolle der öffentlichen Diplomatie und der Soft Power in einer Zeit globaler Turbulenzen und hob die Bedeutung von Narrativen, Sichtbarkeit und Vertrauen für die Gestaltung internationaler Einflussnahme hervor.

Die zweite Sitzung stand im Zeichen des internationalen Protokolls und untersuchte die Entwicklung formaler Normen sowie deren praktische Bedeutung für First Ladies und Gentlemen.

Die dritte Sitzung widmete sich den aktuellen geopolitischen Ereignissen und der Relevanz diplomatischer Maßnahmen angesichts wachsender globaler Spannungen.

Die vierte Sitzung erforschte die Rolle von Frauen in Friedensprozessen.

Ziel des Programms war es, die Rolle der First Ladies und Gentlemen bei der Bewältigung globaler Herausforderungen zu stärken, praktische Fähigkeiten in öffentlicher Diplomatie und internationalen Beziehungen zu vermitteln und den Einfluss geschlechtsspezifischer Perspektiven in der Geopolitik zu fördern.

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Dialog, dem Vertrauensaufbau sowie Ansätzen, die die Grundlage für langfristige Beziehungen zwischen First Ladies und Gentlemen schaffen.