Global Wealth Report: Österreich auf Platz 17 der reichsten Nationen

Im dunklen Krisenjahr ein schwacher Trost: Österreich rutscht im Global Wealth Report keinen Platz weiter nach unten.

Foto: Brooks Kraft LLC/Sygma via Getty Images

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Die Österreicher gelten seit jeher als besonders sparsam – und diese Tradition schlägt sich Jahr für Jahr in den Statistiken nieder. Der „Global Wealth Report“ der Allianz zeigt regelmäßig, wie sich das Geldvermögen privater Haushalte international entwickelt. Österreich liegt in diesem Vergleich solide im oberen Mittelfeld – aber konnte sich trotz Rekord-Ersparnissen nicht entscheidend nach vorne schieben. Ein Blick auf die Platzierungen der Jahre 2015, 2020 und 2024 zeigt, wo die Republik steht.

2015: Vor Deutschland

Im Jahr 2015 sorgte der Bericht für Schlagzeilen: Erstmals überholten Österreichs Haushalte beim durchschnittlichen Netto-Geldvermögen die Deutschen. Mit Platz 17 im globalen Ranking reihten sich die Österreicher damit in die Liga der wohlhabendsten Nationen ein. Schon damals waren es vor allem Bankeinlagen und klassische Sparprodukte, die das Bild prägten. Wertpapiere spielten in Österreichs Portfolios noch eine eher untergeordnete Rolle.

2020: Stabilität trotz Krise

Fünf Jahre später, mitten in der Corona-Pandemie, konnte sich Österreich sogar leicht verbessern und auf Platz 16 vorrücken. Bemerkenswert: Während viele Länder durch Lockdowns, Arbeitslosigkeit und Konsumrückgänge deutliche Einbußen erlitten, hielten die Österreicher an ihrer Sparleidenschaft fest. Versicherungs- und Pensionsprodukte blieben damals ein zentrales Standbein, wenngleich das Zinsumfeld bereits historisch niedrig war. Im europäischen Vergleich galt Österreichs Vermögensentwicklung als robust – eine kleine Erfolgsgeschichte in schwierigen Zeiten.

2024: Rekordsparen, aber Platz 17

2024 nun blickt die Republik auf ein Jahr der Rekorde: Mit einem Plus von 5,4 Prozent wuchsen die Finanzvermögen stärker als im Vorjahr (3,3 Prozent). Besonders auffällig: Die Neuanlagen erreichten fast 30 Milliarden Euro, so viel wie noch nie. Bankeinlagen (+5,1 Prozent), Wertpapiere (+6,1 Prozent) und Versicherungen/Pensionen (+4,1 Prozent) legten allesamt zu.

Und doch reicht all das nicht für einen Platzgewinn: Österreich rangiert aktuell auf Platz 17 der reichsten Länder im internationalen Vergleich. Das durchschnittliche Netto-Geldvermögen pro Kopf beträgt 75.770 Euro. Inflationsbereinigt entspricht das einem Zuwachs von 2,4 Prozent – die Kaufkraft bleibt jedoch unter dem Vorkrisenniveau von 2019.

Der Blick nach außen: USA dominieren, Europa abgeschlagen

Die weltweiten Zahlen verdeutlichen, warum Österreich nicht weiter nach vorne rückt: Die USA dominieren das Ranking. 2024 stammte die Hälfte des globalen Vermögenswachstums allein von amerikanischen Haushalten. China folgt mit 20 Prozent, Westeuropa liegt abgeschlagen bei 12 Prozent. Während US-Haushalte knapp 60 Prozent ihrer Portfolios in Wertpapiere investieren, sind es in Österreich nur 43 Prozent. Das bremst den langfristigen Vermögensaufbau.

Ein Hoffnungsschimmer kommt ausgerechnet aus einer Anlageklasse, die in den letzten Jahren eher gemieden wurde: Versicherungen und Pensionsprodukte. Nach fünf Jahren von Nettoabflüssen verzeichneten sie 2024 erstmals wieder Nettokäufe – wenn auch mit vergleichsweise bescheidenen 1,8 Milliarden Euro.

Global Wealth Report
Credit: Allianz

Sparen allein reicht nicht

Österreichs Platzierungen 2015 (Rang 17), 2020 (Rang 16) und 2024 (Rang 17) zeigen: Die Alpenrepublik bleibt wohlhabend, aber international stagniert sie. Zwar sparen die Österreicher so viel wie nie, doch konservative Strategien verhindern den Sprung nach vorne. Während Länder wie die USA massiv von Aktienkursen profitieren, bleibt Österreichs Wohlstand eng an klassische Sparformen gebunden.

Der Global Wealth Report 2024 hält Österreich also den Spiegel vor: Disziplin und Sparfleiß sind beeindruckend – doch ohne mehr Mut zu Wertpapieren und einer klugen Vermögenspolitik wird es schwer, einen tatsächlichen Spitzenplatz zu erobern.

Global Wealth Report
Credit: Allianz