|   2025-09-29 06:13:27

Es war doch nicht das Klima: Zwei Pressefotografen als Brandleger verhaftet

Es klingt wie ein Drehbuch aus einem Krimi: Zwei junge Pressefotografen, bekannt dafür, bei Bränden und Unfällen schnell vor Ort zu sein und spektakuläre Bilder zu liefern, sollen selbst hinter einer Serie von Brandlegungen stecken. Nun sitzen die Männer im Alter von 23 und 33 Jahren in Untersuchungshaft.

Am Mittwochabend brannte in Raguhn (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) ein leerstehendes Bahnhofsgebäude. Der Schaden beläuft sich auf mehr als 10.000 Euro. Der Bahnverkehr war für Stunden unterbrochen. Unweit des Brandorts griff die Polizei die beiden Verdächtigen auf. „Sie sind dringend tatverdächtig, zwölf weitere Brände gelegt zu haben“, erklärte Polizeisprecher Robin Schönherr gegenüber der BILD.

Laut Staatsanwaltschaft stehen die Männer unter anderem im Verdacht, im Juli ein Waldstück zwischen Retzau und Möhlau, im August den Diebziger Busch im Osternienburger Land sowie einen ehemaligen Supermarkt in Wolfen in Brand gesetzt zu haben. Menschenleben seien dabei nicht direkt in Gefahr gewesen, doch der Gesamtschaden wird inzwischen auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Bei Durchsuchungen ihrer Wohnungen wurden Beweismittel sichergestellt. Das Amtsgericht Bitterfeld-Wolfen erließ Haftbefehle gegen beide. Ihnen drohen nun langjährige Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.

Brisant: Die Männer hatten in der Vergangenheit immer wieder Fotos und Videos von Bränden, Unfällen und Bahnstörungen veröffentlicht und diese auch an Medien und Agenturen verkauft. Ob sie Brände möglicherweise gezielt gelegt haben, um anschließend exklusives Bildmaterial anbieten zu können, ist Gegenstand der Ermittlungen.