Jetzt rächt es sich: In der Corona-Pandemie rettete die Politik die angeschlagene Airline noch mit 450 Millionen Euro - ohne sich jedoch Bestandsgarantien oder sonstige Gegenleistungen zusichern zu lassen.
Als die AUA 2020 in der Corona-Pandemie mit ihren Maschinen notgedrungen am Boden bleiben musste, stand ihr wie allen Fluggesellschaften das Wasser bis zum Hals. Der Steuerzahler musste die rot-weiß-rote Airline retten. Mit einem Sofort-Zuschuss von 150 Millionen Euro und einem Kredit über 300 Millionen Euro.
Oppositionspolitiker - allen voran Norbert Hofer (FPÖ) - kritisierten damals heftig ein Versäumnis des Staates, wie es dies in anderen Ländern bei vergleichbarer Misere nicht gegeben hatte. Österreich verzichtete trotz der Millionenhilfen auf Zugeständnisse von der Lufthansa. Kein Bekenntnis zum Drehkreuz Wien, keine Zusicherung der Arbeitsplätze in Schwechat & Co. "Hier machen die österreichischen Steuerzahler dem Lufthansa-Konzern ein Riesengeschenk, ohne dass die Gegenleistung klar ersichtlich ist – weder kann der österreichische Staat damit strategische Entscheidungen mit beeinflussen, noch sind die ökologischen Vorgaben klar genug definiert", kritisierte damals das Institut für Politwissenschaft der Uni Wien. Deutschland dagegen ließ sich für seine Staatshilfen sogar ein Mitspracherecht im Unternehmen verbriefen.
Den 300-Millionen-Kredit hat die AUA zurückbezahlt, die 150 Millionen blieben im Unternehmen. Dennoch flog die Airline mit ihren knapp 6000 Beschäftigten auch in den ersten Quartalen 2025 bei täglich etwa 320 Flügen weiter in den roten Zahlen herum. Die Austrian konnte ihr Defizit zwar zuletzt verringern, sie blieb aber dennoch hinter den Erwartungen zurück. Im ersten Halbjahr steigerte die Fluglinie ihr Betriebsergebnis um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, ihr Minus betrug dennoch 44 Millionen Euro.
Die Zahl der Flüge stieg um 5 Prozent auf 58.011, die Zahl der Fluggäste erhöhte sich jedoch nur um 1 Prozent auf 6,6 Millionen. Die Auslastung der Maschinen war deshalb um 1,1 Prozent gesunken, sie lag bei 77,2 Prozent.
Kein Wunder, dass die Belegschaft nun die Streichung weiterer Jobs befürchtet, zumal die Umstrukturierungsankündigungen des Frankfurter Mutterkonzerns zuletzt in München für Unruhe sorgten. Festzustehen scheint, dass die Lufthansa die Management-Aufgaben ihrer Töchter zunehmend in die Zentrale verlegt. Die Koordination sämtlicher Kurz- und Mittelflüge sollen von Frankfurt aus gesteuert werden: "Schon jetzt sind deutliche Anzeichen erkennbar, dass der Standort Österreich geschwächt wird", warnt Daniel Liebhart von der Gewerkschaft vida.
Auch wenn die Lufthansa bislang keinen Stellenabbau für die AUA signalisiert hat und in der Austrian-Führung niemand davon auszugehen scheint, prophezeit Liebhart: "Wenn die AUA weiter an Bedeutung verliert, sind auch die österreichischen Arbeitsplätze bedroht."
Die Politik wird dabei nur zuschauen können. Sie hat sich ja keine Garantien geben lassen.