|   2025-09-29 14:37:01

Airbus und Air France stehen erneut wegen Flugkatastrophe von 2009 vor Gericht

Sechzehn Jahre nach dem Absturz von Flug AF447 beginnt ein neuer Gerichtsprozess gegen Air France und Airbus. Im Jahr 2009 stürzte ein Airbus A330 während eines Nachtflugs von Rio nach Paris in den Atlantik. Alle 228 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Ein erstinstanzliches Gericht sprach 2023 beide Unternehmen von Fahrlässigkeitsvorwürfen frei. Doch die Angehörigen der Opfer legten Berufung ein. Der neue Prozess vor dem französischen Berufungsgericht soll zwei Monate dauern und klären, ob ein direkter Zusammenhang zwischen früher festgestellter Fahrlässigkeit und dem Unfall besteht.

Die Ermittlungen ergaben, dass die Piloten falsch auf den vorübergehenden Ausfall der durch Vereisung blockierten Geschwindigkeitsmesser reagierten. Ohne auf Warnungen zu achten, brachten sie das Flugzeug in einen aerodynamischen Strömungsabriss – einen freien Fall.

Die Anwälte der Familien argumentieren, dass die Katastrophe verhindert worden wäre, wenn auch nur ein einziger Fehler vermieden worden wäre. Airbus und Air France weisen jede Verantwortung zurück. Obwohl die Höchststrafe bei 225.000 Euro liegt, glauben die Staatsanwälte, dass der neue Prozess den Familien eine Art kathartische Gerechtigkeit bringen kann.

Die AF447-Katastrophe zählt zu den meistdiskutierten Unglücken in der Luftfahrtgeschichte und führte zu weitreichenden Änderungen in Ausbildung und Technik.

(reuters, max)