Der nächste Angriff auf ein Gotteshaus und Christen in den USA: Vier Todesopfer

Erneut wurde ein Gottesdienst zum Ziel eines Terrorangriffs: In Grand Blanc im US-Bundesstaat Michigan eröffnete ein Mann während einer Messe das Feuer und zündete das Kirchengebäude an.

Die Trümmer der Kirche in Michigan nach der Schießerei und dem Brandanschlag. Foto: Mandi Wright/REUTERS

Die Trümmer der Kirche in Michigan nach der Schießerei und dem Brandanschlag. Foto: Mandi Wright/REUTERS

Vier Menschen kamen bei dem Mordanschlag in Grand Blanc ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter (40) wurde später ebenfalls tot aufgefunden.

Nach Angaben der Polizei starben zwei Opfer an Schussverletzungen. Die beiden anderen Todesopfer sollen bei dem Brand ums Leben gekommen sein, Details nannten die Ermittler bisher nicht. Der Vorfall ereignete sich, als Hunderte Gläubige in der Kirche versammelt waren. Laut Sheriff stand zeitweise das gesamte Gebäude in Flammen, das Feuer vernichtete die gesamte Kirche.

Der Schock in der Gemeinde ist groß. Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich. Auf seiner Plattform „Truth Social“ sprach er von einem gezielten Angriff auf Christen: „Der Verdächtige ist tot, aber es gibt noch viel zu klären. Diese Epidemie der Gewalt in unserem Land muss sofort beendet werden!“

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Vizepräsident JD Vance und Justizministerin Pam Bondi baten auf X um Gebete für die Opfer. Bondi sprach von einer „herzzerreißenden und erschreckenden Tat an einem Ort des Friedens“. Gretchen Whitmer, Gouverneurin von Michigan, verurteilte den Angriff als „inakzeptabel“ und lobte das schnelle Eingreifen der Rettungskräfte.

415 Angriffe auf Kirchen in nur einem Jahr

Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie blutiger Angriffe auf Gotteshäuser und christliche Gemeinden in den USA. Erst im August wurde in Minneapolis ein Schulgottesdienst zum Ziel eines Terrorangriffs. Damals feuerte ein Täter durch die Fenster einer Kirche auf Kinder, zwei von ihnen – acht und zehn Jahre alt – starben. Die Bundespolizei FBI stufte die Tat später als potenziellen Terroranschlag ein; der Verdächtige hatte sich in einem Manifest antichristlich, antisemitisch und rassistisch geäußert.

Auch in anderen Bundesstaaten kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Angriffen auf Kirchen und Gläubige – oft mit ideologischen oder religiösen Motiven. Experten sprechen von einem beunruhigenden Trend, der das Sicherheitsgefühl vieler Gläubiger nachhaltig erschüttert.

In Grand Blanc läuft die Suche nach einem Motiv nun auf Hochtouren. Die Ermittler haben die Wohnung des Verdächtigen durchsucht und werten Handy- und Computeraufzeichnungen aus, das FBI unterstützt die Arbeit mit mehr als 100 Beamten. Angesichts der vielen Augenzeugen dürfte die gesamte Aufarbeitung des Falls mehrere Wochen dauern.

Alleine im Jahr 2024 wurden in den Vereinigten Staaten 415 Attacken gegen Kirchen registriert, darunter Vandalismus, Brandstiftung, Bombendrohungen, Vorfälle mit Waffen und andere kriminelle Handlungen. Diese betrafen 383 Kirchen in 43 Bundesstaaten. 284 Mal war es Vandalismus, dazu kamen 55 Brandlegungen sowie 28 Vorfälle mit Waffen, 14 Bombendrohungen und 47 sonstige Attacken auf Gotteshäuser.