Nein zu Boykott: Bürgermeister Ludwig klar für Israels Teilnahme beim Song Contest in Wien

Nach ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Alt-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka spricht sich nun auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) klar für die Teilnahme Israels beim Eurovision Song Contest im Mai in Wien aus. 

„Ich habe bereits in der Öffentlichkeit kundgetan, dass ich dafür bin, dass diese israelische Künstlerin am Song Contest teilnimmt. Die möchte eigentlich den Song Contest wahrnehmen als ein internationales Fest des Friedens und des Miteinanders. Die Grundidee war ja auch, dass der Eurovision Song Contest die Menschen zusammenführt. Daher ist das Ausschließen einer Künstlerin meines Erachtens nicht sinnvoll und auch abzulehnen. Da habe ich mich klar deklariert“, stellt der Wiener Bürgermeister im Interview mit oe24 klar.

Auf die Frage, was es bedeuten würde, wenn die European Broadcasting Union (EBU) dem Druck der Staaten, die den Boykott Israels fordern, nachgibt, erklärt Michael Ludwig: „Ich glaube nicht, dass das stattfinden wird und ich bin auch überzeugt, dass viele Länder, die jetzt andenken, den Song Contest zu boykottieren, wenn es dann soweit ist, sich das anders überlegen. Die Bevölkerung in all diesen Ländern möchte eigentlich Frieden, möchte auch dieses Miteinander erleben und beim letzten Mal waren 170 Millionen Menschen weltweit beim Song Contest mit dabei und von daher sollte man das den Menschen nicht verwehren und auch nicht den Künstlerinnen und Künstlern, die ja gerne auch mitwirken wollen bei diesem Song Contest.“

ESC-Direktor Martin Green versucht es indes weiterhin mit Diplomatie. Er habe Verständnis für die Bedenken mehrerer Länder angesichts der katastrophalen Lage im Gazastreifen. Die Beratungen der EBU-Mitgliedstaaten zu diesem Thema seien allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Entscheidung soll bis Mitte Dezember fallen.

Der Eurovision Song Contest im kommenden Jahr ist bereits die 70. Ausgabe des Musikwettbewerbs. Mit jährlich rund 170 Millionen Zuschauern ist der ESC das größte im Fernsehen übertragene Musikereignis der Welt. Die diesjährige Ausgabe in der Schweiz erreichte 166 Millionen Zuschauer in 37 Ländern. Bereits die vergangenen Wettbewerbe in Basel und im schwedischen Malmö waren von Kontroversen über Israels Kriegsführung im Gazastreifen überschattet.