Chef einer Hilfsorganisation für Waisenkinder nach Enthüllungen über Kindesmissbrauch freigestellt
Der Aufsichtsrat der österreichischen SOS-Kinderdörfer hat den langjährigen Generaldirektor Christian Moser mit sofortiger Wirkung freigestellt, nachdem die Medien schwerwiegende Fälle von Kindesmissbrauch in Einrichtungen der Organisation aufgedeckt hatten, das berichtet die Wochenzeitung Falter.
Moser, der drei Jahrzehnte lang in der Organisation für Waisen und verlassene Kinder tätig war und sie 17 Jahre lang leitete, wurde bis zum Abschluss der Ermittlungen suspendiert. Laut Annemarie Schlack, Mitglied des Verwaltungsrats, war dieser Schritt notwendig, um die Glaubwürdigkeit und Transparenz zu wahren.
Auslöser waren die Erkenntnisse der genannten Zeitschrift, die Berichte über systematische körperliche und seelische Gewalt in den Kinderdörfern Moosburg und Imst veröffentlichte. Den Unterlagen zufolge sollen Kinder geschlagen, nackt fotografiert, mit Entzug von Essen und Wasser bestraft oder sogar eingesperrt worden sein.
Die Untersuchung zeigt, dass die Leitung der Organisation von den Vorfällen angeblich wusste, aber jahrelang nichts unternommen haben soll.
(max)